Boxen : Flugzeugausstellung: Die Geschichte des Flugplatzes Rangsdorf

Im Frühjahr 1935 wurde im Reichsluftfahrtministerium der Bau eines Landes- und Wasserflughafens in Rangsdorf entschieden. Im Herbst des Jahres zog die am 3. Oktober 1933 gegründete Bücker-Flugzeug GmbH bereits von Berlin-Johannesthal in das neuerbaute Werk nach Rangsdorf um und begann hier den Serienbau der Schul- und Sportflugzeuge Bü 131 "Jungmann" und Bü 133 "Jungmeister". Der nur mit einer Gasnarbe versehene Flugplatz blieb bis 1945 Bücker-Werksflugplatz. Offiziell wurde dieser Flugplatz als Reichssportflughafen am Vorabend der Olympischen Spiele 1936 eröffnet. Rangsdorf als Sportflughafen zog nicht nur viele Besucher zu Flugsportveranstaltungen der Vorkriegsjahre an, sondern auch dem Fliegen verbundene Prominente. Hier stellte Elli Beihorn, die durch ihre Fernflüge bekanntgewordene Fliegerin, ihre Messerschmidt Me 108 "Taifun" unter. Ständiger Gast in Rangsdorf wurde der Schauspieler Heinz Rühmann, dessen Flugzeug in einem Hangar stand. Ernst Udet, bekannter Jagdflieger aus dem ersten Weltkrieg und berühmter Kunstflieger in der Folgezeit, hatte ebenfalls sein Flugzeug hier stationiert. Ab August 1946 begann im Bücker-Flugzeugwerk in Rangsdorf eine Instandsetzungseinheit der sowjetischen Luftwaffe ihre bis 1994 andauernde Tätigkeit. Zunächst wurden Flugzeug-Kolbenmotore überholt und repariert, danach Stahltriebwerke, ab Anfang der siebziger Jahre Hubschrauber Mi-1, Mi-2 und anschließend Mi-8.

Auf dem Flugplatz herrschte bis Mitte der fünfzige Jahre Schulbetrieb. Erhalten blieben die Bauten des Bücker-Flugzeugwerkes, der Sportfliegerschule und des Aero-Club-Hauses.

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