Boxen : Frankfurter Chipfabrik: Kein Durchbruch in Dubai

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Bei den Verhandlungen mit dem Emirat Dubai über eine Beteiligung an der in Frankfurt (Oder) geplanten Chipfabrik hat es bisher keinen Durchbruch gegeben. Es werde weiter verhandelt, hieß es aus dem Wirtschaftsministerium. Ressortchef Wolfgang Fürniß kehrte gestern von Gesprächen in Dubai zurück. Sein Sprecher Dirk Reitemeier schloss nicht aus, dass Fürniß am Wochenende erneut nach Dubai fliegen werde, "wenn seine Anwesenheit erforderlich ist". Es sei von Vorteil, dass er die Communicant AG, die die Chipfabrik bauen und betreiben will, bei den Verhandlungen unterstütze. Communicant-Geschäftsführer Klaus Wiemer sagte, er erwarte in einer Woche die endgültige Entscheidung Dubais.

Im Februar hatte Fürniß angekündigt, dass sich das Emirat mit rund einer Milliarde Mark als Hauptfinanzier an dem 3,15-Milliarden-Projekt beteiligen werde. Im Gegenzug soll die Communicant AG "zu einem späteren Zeitpunkt" in der Dubai Airport Freezone ein Folgewerk errichten. Dieser Punkt ist dem Vernehmen nach bisher nicht endgültig geklärt. Wiemer bestätigte, dass Dubai nicht nur in Frankfurt (Oder) investieren, sondern einen "strategischen Effekt" im eigenen Land erreichen wolle. Communicant will nach seinen Worten zunächst eine Studie anfertigen, welche infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen werden müssen. "Man kann nicht so ohne weiteres eine Fabrik in die Wüste stellen", so Wiemer. Die Communicant AG, an der neben dem Chiphersteller Intel auch das Frankfurter Institut für Halbleiterphysik IHP beteiligt ist, will die Fabrik in Frankfurt auch dann bauen, wenn die Verhandlungen mit Dubai scheitern sollten. "Es gibt genug Interessenten, die an einem solchen Projekt teilnehmen könnten", hieß es schon vor Tagen. Wiemer bestätigte, dass Gespräche mit acht Firmen im Ausland geführt würden. "Vier wollen wir uns aussuchen." Bei einer Zusage des Emirats sei die Finanzierung der Fabrik gesichert.

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