Boxen : Für Gotteslohn

KOMMENTAR von Claus-Dieter Steyer

Viele Aktionen gibt es im Land zur Rettung alter Kirchen. Aber die Idee der Reproduktion eines Gemäldes von Lyonel Feininger sticht alle anderen aus. Um den Verkauf des Nachdruckes mit der St. Andreaskirche in Teltow brauchen sich die Initiatoren wohl keine Sorgen zu machen. So wird sich die Spendenkasse für die weitere Restaurierung der Teltower Kirche und vor allem für den Kauf neuer Glocken weiter füllen. Auch wenn es ein glücklicher Zufall ist, dass das Gotteshaus auf einem berühmten Gemälde zu sehen ist, muss man die Teltower doch dafür loben, diese Chance genutzt zu haben.

Die Liste der Aktivitäten zum Geldsammeln für Brandenburger Kirchen füllt inzwischen lange Seiten. Es gibt Konzerte, Lesungen, Vorträge, Exkursionen, Bildbände oder den symbolischen Verkauf von Gebäudeteilen. Auch wenn die meisten Spenden in der Regel von angereisten Gästen kommen, bleibt die größte Verantwortung doch bei den Bürgerinitiativen, Vereinen oder losen Gruppen engagierter Bürger vor Ort. Der christliche Glaube spielt dabei in der Regel eine eher untergeordnete Rolle. Für die seltenen Besuche von Gottesdiensten brauchen sie keine großen Kirchen. Stattdessen geht es um Heimatliebe, Stolz auf die Leistungen vorangegangener Generationen, die Pflege eines Orts für Treffen und kulturelle Veranstaltungen. Mit der gemeinsamen Aufgabe wachsen das Dorf oder die Kleinstadt zusammen, was oft viel mehr als die unabdinglichen Fördermittel bedeutet. Hier ist vom angeblichen Demokratiedefizit im Osten nichts zu spüren.

Aber noch bleibt auch viel zu tun, gelten immerhin 150 der rund 2000 Gotteshäuser im Land als baufällig oder gar akut einsturzgefährdet. Es kann und muss ja auch nicht immer Feininger sein, der Geld in die Kassen spült. Aber ohne eine gute Idee bleibt der Erfolg meist bescheiden.

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