Boxen : Fusionsvotum mit den Füßen

Gerd Nowakowski

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Das gemeinsame Land BerlinBrandenburg kommt gewiss. Die Abstimmung ist bereits im Gange. Jeden Tag wächst die Zahl der Befürworter. Es ist eine Abstimmung mit den Füßen. Bis die Mehrheit steht für das gemeinsame Land.

Die Gewissheit, dass wir am Ende des Jahrzehnts ein gemeinsames Land haben werden, gründet sich rein auf Zahlen: Die Einwohnerzahl des Landkreises Potsdam-Mittelmark ist seit 1991 um mehr als 23 Prozent gewachsen, konnte man vor einigen Tagen an dieser Stelle über eine Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerungsentwicklung lesen. Das ist ein Bevölkerungszuwachs wie im Münchener Umland. Deutlich zugelegt haben auch andere Landkreise rings um die Hauptstadt. Hier sind in den letzten Jahren viele neue Arbeitsplätze entstanden, hierher zieht es Familien mit Kindern, weil es dort Grün gibt und billige Grundstücke. Die Metropolenregion wächst – auch durch den Zuzug von Brandenburgern, die angesichts der Verödung der Randgebiete nur noch im Berlin-nahen Raum eine berufliche Chance sehen.

Bereits jetzt ist die Hauptstadt-Region der zweitgrößte Ballungsraum der Bundesrepublik nach dem Ruhrgebiet. Im Jahr 2010 werden in und um Berlin herum mehr als 4,4 Millionen Menschen leben. Das sind dann 75 Prozent aller Einwohner der Länder Berlin und Brandenburg – und vor allem mehr als 50 Prozent der Brandenburger. Sie alle wissen, dass einzig das Zentrum Berlin die Kraft hat, der gesamten Region einen Wachstumsschub zu geben. Alle jene, die in Berlin arbeiten und sich dort vergnügen, wollen jenen unnatürlichen Zustand beenden, dass eine Stadtregion gleichzeitig in zwei Ländern liegt und sie ihre Kinder nicht in Berlin zur Schule schicken können. Diese neue Mehrheit in Brandenburg garantiert, dass es mit der Länderfusion beim nächsten Mal klappen wird. Deshalb ist es richtig, erst 2009 abzustimmen – wenn die Rest-Brandenburger nur noch eine nörgelnde Minderheit sein werden. Dann wird Schluss sein mit einem unnatürlichen Zustand, dann kommt zusammen, was zusammengehört.

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