General Direktor Dorgerloh : Das Schloss ist eine gelungene Synthese"

Die Preußische Schlösserstiftung wird den Aufbau des Potsdamer Stadtschlosses als künftigen Brandenburger Landtag unterstützen – mit Expertise und beim Einbau noch vorhandener Originale des in den 50er Jahren abgerissenen Knobelsdorff-Baus.

Thorsten Metzner
296516_3_xio-fcmsimage-20090825220029-006000-4a9442ddc7fde.heprodimagesfotos83120090826terrasse.jpg
Blicke in die Zukunft. Der Schloss-Landtag kostet 119 Millionen Euro und wird bis 2012 auf dem Alten Markt errichtet....

PotsdamPotsdam - Die Preußische Schlösserstiftung wird den Aufbau des Potsdamer Stadtschlosses als künftigen Brandenburger Landtag unterstützen – mit einer Expertise und beim Einbau noch vorhandener Originale des in den 50er Jahren abgerissenen Knobelsdorff-Baus. Das hat Generaldirektor Hartmut Dorgerloh am Dienstag gegenüber dem Tagesspiegel angekündigt: „Wir werden Hilfestellung geben, damit die erhaltenen Teile sachgerecht ihren alten Platz finden.“ Zugleich sprach sich Dorgerloh dafür aus, im Gebäude eine „ständige Präsentation zur Geschichte des Schlosses von den Anfängen bis zum Aufbau“ unterzubringen.

Der Potsdamer Schloss-Landtag
Barock trifft auf Moderne: Bald wird der Brandenburger Landtag so aussehen. In den Fassaden des Potsdamer Stadtschlosses am Alten Markt wurde am heutigen Mittwoch (16.2.) der Grundstein für den Neubau gelegt.Weitere Bilder anzeigen
1 von 10Foto: promo
16.02.2011 15:35Barock trifft auf Moderne: Bald wird der Brandenburger Landtag so aussehen. In den Fassaden des Potsdamer Stadtschlosses am Alten...



Der Aufbau werde, wie der Hüter der Preußenschlösser betonte, „kein schwieriges Unterfangen“. Es sei genügend Substanz wie Fassadenteile, Säulen, erhalten und eingelagert – und zwar nicht irgendwelche. „Im Unterschied zum Berliner Schloss sind beim Stadtschloss von DDR-Denkmalpflegern die entscheidenden Belegstücke für die Fassade systematisch geborgen worden“, sagte er. „Man muss hier anders als in Berlin nicht nach dem Foto rekonstruieren.“

Dies sei „ein Grund“ mehr, weshalb er den Aufbau des Stadtschlosses „für vertretbar halte“, es gehe um „Stadtreparatur“. Ausdrücklich lobte Dorgerloh den Siegerentwurf des Dresdner Architekten Peter Kulka für den Schloss-Landtag, der bis Ende 2012 – vom niederländischen Baukonzern Bam – für 119 Millionen Euro auf dem Alten Markt errichtet werden soll. Das Gebäude erhält die Original-Knobelsdorff-Fassaden sowie laut Kulka als Übergang vom historischen „Draußen“ zum modernen „Drinnen“ das frühere Treppenhaus. „Es ist eine gelungene Synthese von Historie und einem modernen Landtag im Inneren“, sagte Dorgerloh. Es sei aber, und das brauche man nicht zu verstecken, „keins der erhaltenen Königsschlösser“.

Dorgerloh verglich das künftige Landtagsschloss mit dem Alten Rathaus von Potsdam, das nach dem Krieg aufgebaut worden war. In diesem Sinne hält der Stiftungschef – im Gegensatz zu einigen Vertretern des Schloss-Vereins „Mitteschön“ – Abweichungen vom Original wie breitere Seitenflügel und veränderte Dachformen „nicht für ein Problem“. Vom Stadtraum, vom Hof aus werde das Dach gar nicht sichtbar sein. „Wie beim Neuen Palais wird sich die reich geschmückte Attika gegen den Himmel abzeichnen.“

Dorgerloh wies darauf hin, dass es nach dem Aufbau des Schlosses eine größere Herausforderung sein wird, auch Gebäude ringsum im Sinne einer „kritischen Rekonstruktion“ in den ursprünglichen Proportionen zu errichten. Dies sei aber kein Plädoyer für weitere Barockfassaden. Zur Zeit stehen neben der Baustelle mit dem Hotel-Hochhaus und der Fachhochschule typische DDR-Funktionalbauten. Unterdessen hat auch der frühere Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) die Pläne begrüßt: „In wenigen Jahren hat die Stadt ihre Mitte wieder: Potsdam wird heil.“ Thorsten Metzner 

0 Kommentare

Neuester Kommentar