• Gewerkschaft gegen Verkauf von Schwarze Pumpe Insolvenzverwalter hofft auf Erhaltung des Unternehmens

Boxen : Gewerkschaft gegen Verkauf von Schwarze Pumpe Insolvenzverwalter hofft auf Erhaltung des Unternehmens

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Die Gewerkschaft IG Metall hat vor einem Insolvenzverfahren für den Abfallverwerter SVZ Schwarze Pumpe in Eigenregie des Managements gewarnt. Dies dürfe das Amtsgericht Cottbus, wo der Insolvenzantrag am Sonntag gestellt wurde, nicht zulassen, sagte der Cottbuser Gewerkschaftssekretär Hans König am Dienstag. „Nur der Verwalter soll die Insolvenz führen, nicht die Gesellschafter“, forderte König. Denn die Gesellschafter wollten das Unternehmen mit 340 Mitarbeitern schließen und die Anlagen verkaufen.

Von dem Verkauf des SekundärrohstoffVerwertungszentrums (SVZ) auf der Landesgrenze von Sachsen und Brandenburg verspricht sich die Geschäftsführung nach eigenen Angaben einen Erlös von 194 Millionen Euro. Der Abfallbetrieb SVZ im Spremberger Stadtteil Schwarze Pumpe hat Verbindlichkeiten von 12,5 Millionen Euro. Unterdessen hat der vom Amtsgericht Cottbus bestellte vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg aus Dresden mit einer Bestandsaufnahme des SVZ begonnen. Er hofft, das Unternehmen erhalten zu können.

Durch die Pleite der SVZ GmbH stehen nach Gewerkschaftsangaben auch 650 Arbeitsplätze bei Zulieferern auf dem Spiel. „Die meisten davon arbeiten in SVZ-Partnerbetrieben im Industriepark Schwarze Pumpe“, sagte Reinhard Gleisberg vom Industriepark. Etwa 20 der mehr als 80 Firmen dort seien betroffen. Wie König berichtete, können deshalb einige Firmen ihren Mitarbeiter keine Löhne mehr zahlen. Andere hätten die Belegschaft in den Urlaub geschickt.

Die SVZ-Manager scheiterten zuletzt daran, kurzfristig eine Finanzhilfe von 7,5 Millionen Euro zu erhalten. Auch Insolvenzverwalter Wienberg forderte die Länder zu einer Finanzhilfe auf. Doch weder Sachsen noch Brandenburg sind dazu bereit. Für den langfristigen Erhalt der Anlagen wären staatliche Zuschüsse von 11,2 Millionen Euro sowie eine Bürgschaft Sachsens und des Bundes über 77,5 Millionen Euro nötig gewesen. Das SVZ stellte aus Abfällen Synthesegas her, aus dem vor allem der Chemiegrundstoff Methanol sowie Strom erzeugt wurden. dpa

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