Boxen : Gigantischer Europa-Park auf Flugplatz Sperenberg geplant

-

Sperenberg - Trotz vieler schlechter Erfahrungen mit Großprojekten in Brandenburg gibt es immer wieder risikofreudige Menschen mit neuen Ideen. Die neueste sieht für den seit 1994 ungenutzten Flughafen Sperenberg südlich Berlins einen gigantischen Park mit einem Tagungs-, Kongress- und Messezentrum, einer Klinik, Wohnsiedlungen, Hotels, einem Golfplatz, einem Yachthafen und anderen Freizeitattraktionen vor. Die „Euroworld“ soll auf einem zehn Kilometer langen und vier Kilometer breiten Areal die Umrisse von 44 europäischen Ländern nachbilden und deren Spezialitäten, Traditionen und Besonderheiten vorstellen.

Im Sommer 2011 will die 19-köpfige Projektgesellschaft Euroworld GbR zur Eröffnungsfeier laden – gleichzeitig mit der Fertigstellung des nicht weit entfernten Flughafens in Schönefeld. Bis Ende September will man die Refinanzierung sichern. Geschäftsführer Jürgen Kahl versprach bei der ersten Präsentation eines Modells gestern in Berlin, ohne Subventionen auszukommen. „Wir möchten uns nicht mit anderen Projekten in Brandenburg vergleichen, sondern der Region mindestens 10 000 neue Arbeitsplätze bieten“, versicherte der Unternehmer aus München. In der Anfangsphase rechne er mit Investitionen in Höhe von 7,5 Milliarden Euro, die vor allem in die „Urbanisierung“ des Geländes gesteckt werden müssten. Der Flugplatz ist hochgradig mit Ölen, Kerosin und anderen Giftstoffen verseucht und mit Bombenblindgängern belastet. Jahrzehntelang wickelte das im benachbarten Wünsdorf befindliche Oberkommando der sowjetischen und später russischen Streitkräfte in Deutschland von hier aus alle Flüge ab. Experten schätzten die Säuberungskosten auf umgerechnet 300 bis 350 Millionen Euro. Die hätte der Steuerzahler aufbringen müssen, wenn in Sperenberg tatsächlich der Großflughafen Berlin-Brandenburg International gebaut worden wäre. Um die Verseuchung des Bodens kümmerte sich bisher niemand. Es fehlte an Geld, so dass die jetzige Offerte der „Euroworld“-Initiatoren zumindest bei dem für solche Liegenschaften zuständigen Brandenburger Finanzministerium auf Zustimmung stieß.

Bisher sind die betroffenen Anrainergemeinden noch nicht von den Plänen in Kenntnis gesetzt worden. Zuerst sollten weitere Investoren und Banken gesucht werden und die Botschafter der 44 Länder eine Information erhalten. Laut Konzept können die Nationen eigene Grundstücke in Sperenberg erwerben und in eigener Regie bebauen. Ste.

0 Kommentare

Neuester Kommentar