Boxen : Großflughafen BBI: Jetzt wird gebaut

Spatenstich erfolgt am 5. September. Noch dieses Jahr entstehen Baustraßen und ein Betonwerk

Christoph Stollowsky

Seit mehr als zehn Jahren wird um den neuen Großflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) heftig gestritten, schier endlos zogen sich die juristischen Auseinandersetzungen hin – doch nun „steht der Termin“ für den offiziellen ersten Spatenstich, teilte die Flughafengesellschaft gestern mit: Am Dienstag, 5. September, werden Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (alle SPD) die künftige Großbaustelle eröffnen. „Das ist Ostdeutschlands wichtigstes Infrastrukturprojekt“, heißt es vonseiten der Landesregierung.

Die Feierstunde ist auf dem Gelände des ehemaligen Dorfes Diepensee geplant, dessen Häuser dem neuen Airport bereits weichen mussten. Dort wird auch schon seit mehr als einem Jahr im kleineren Maßstab gegraben und gebaut. Denn sogenannte „bauvorbereitende Maßnahmen“ waren der Flughafengesellschaft trotz der noch laufenden Prozesse um den Bau des BBI gestattet worden. So legte man einen Graben zur späteren Grundwasserabsenkung beim Bau des Terminals an und betrieb archäologische Ausgrabungen. Bei Diepensee wurden die Fundamente einer mittelalterliche Kirche samt Friedhof entdeckt.

Nachdem das Bundesverwaltungsgericht Mitte März dieses Jahres aber den Ausbau des Flughafens Schönefeld unter strengen Lärmschutzauflagen genehmigte und Klagen von BBI-Gegnern abwies, laufen nun die Vorbereitungen.

Der Zeitplan sieht laut Flughafen-Sprecher Ralf Kunkel folgende Bauschritte vor: Noch in diesem Jahr soll im ehemaligen Diepensee „das Herz“ der Großbaustelle entstehen – ein Containerdorf mit den Büros vieler beteiligter Firmen. Dort sitzen auch die Koordinatoren des mehr als zwei Milliarden Euro teuren Vorhabens, das 2011/12 abgeschlossen sein soll. Sie überwachen eine Baustelle, die weitaus großflächiger ist als die einstige Baustelle am Potsdamer Platz. Sie wird fünf Kilometer lang und zwei Kilometer breit sein. Noch in diesem Jahr sollen nach der bisherigen Planung auf diesem Gelände erste Baustraßen entstehen sowie ein Betonmischwerk, außerdem will man Gas- und Wasserleitungen verlegen und die Baustelle „optimal ans Schienennetz anbinden“, um die Straßen beim Anliefern von Baustellen zu entlasten.

2007 soll dann der eigentliche Bau des neuen Großterminals beginnen. Dazu gehört auch der unterirdische Anschlussbahnhof. Zugleich sollen ab 2007/8 die beiden künftigen Start- und Landebahnen entstehen. Ob sich der Zeitplan bis zur vorgesehenen Eröffnung 2010/11 einhalten lässt, ist allerdings offen. In den vergangenen Monaten mehrten sich skeptische Stimmen, die etliche Bauverzögerungen erwarten.

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