Boxen : Hakenkreuz auf die Brust gesprüht

THORSTEN METZNER

Junge Berlinerin in Südberliner Gemeinde Mahlow mißhandelt / Weitere rechte AnschlägeVON THORSTEN METZNER POTSDAM.Das neue Jahr hat in Brandenburg mit einer Reihe von ausländerfeindlichen und rechtsradikalen Randalen begonnen.Nach Übergriffen in Eberswalde, Mirow, Mahlow und Templin in der Silvesternacht meldete die Polizei einen weiteren Übergriff - erneut aus Mahlow: Eine vierzehnjährige Berlinerin wurde von einer offenbar rechtsgerichten Clique schwer mißhandelt.Dabei wurde ihr Kopf kahlgeschoren und ein Hakenkreuz auf die Brust gesprüht.Ministerpräsident Manfred Stolpe sprach am Freitag in Potsdam von gewalttätigen "Banditen", die dem Land "auf übelste Weise" schaden würden.Wegen der Mißhandlung der jungen Berlinerin im Mahlower Ortsteil Glasow in der Silvesternacht haben Polizei und Staatsanwaltschaft Ermittlungen unter anderem zum Verdacht der gefährlichen Körperverletzung und der öffentlichen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgenommen Gegen einen 18jährigen beantragte die Potsdamer Staatsanwaltschaft am Freitag Haftbefehl wegen des dringenden Verdachtes der sexuellen Nötigung.Wie die Polizei mitteilte, mußte die mißhandelte Berlinerin am Neujahrsvormittag in ein Krankenhaus eingeliefert werden, wo sie noch immer behandelt wird.Die Polizei nahm sieben 15 bis 18jährige Jugendliche aus dem Landkreis und Berlin, die die vierzehnjährige Berlinerin auch getreten und geschlagen hatten, vorläufig fest.Bei der Durchsuchung des Einfamilienhauses in Glasow fanden die Beamten Kassetten mit Musik rechtsradikaler Bands.In der südberliner Gemeinde Mahlow, die bereits durch den Anschlag auf einen seitdem querschnittsgelähmten britischen Bauarbeiter traurige Bekanntheit erlangte hatte, waren in der Silvesternacht vier junge Türken von Jugendlichen beschimpft und angegriffen worden.Bislang liegen der Polizei keine Erkenntnisse vor, daß an den beiden neuen Mahlow-Übergiffen Mitglieder der rechten Bahnhofsclique beteiligt waren, aus der die beiden Täter des Überfalls auf den britischen Bauarbeiter stammten."Solche Übergriffe müssen zurückgedrängt, verhindert und mit allen Mitteln verfolgt werden", reagierte Ministerpräsident Manfred Stolpe, der nach den Schlagzeilen der letzten Wochen am Freitag eigentlich das andere, das tolerante Brandenburg demonstrieren wollte: Stolpe hatte eine Delegation aus der Gemeinde Niedergörsdorf eingeladen, die 600 Rußlanddeutsche aufgenommen hatte.Für die hervorragende Integrationsleistung war Niedergörsdorf kürzlich mit einem Preis des Bundesinnenministeriums ausgezeichnet worden.In den letzten Jahren seien tausende Ausländer in Brandenburg "in einem bemerkenswerten Integrationsprozeß" mit "vieltausendfachen, unauffälligen Beispielen" aufgenommen worden, betonte Stolpe.Umso mehr würden die rechtsgerichteten Übergriffe, die das öffentliche Bild prägen, dem Land "in übelster Weise" schaden.

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