Boxen : Heimkehr der Prunkmöbel Oranienburger Porzellankabinett fast wie vor 300 Jahren

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Oranienburg. Vom ehemals reich ausgestatteten Schloss Oranienburg sind kaum originale Möbel und nur ein Deckengemälde erhalten, zu sehr wurde die nach 1651 errichtete und später prunkvoll veränderte Residenz der aus den Niederlanden stammenden Louise Henriette von Oranien beraubt und geplündert. Nach 50jähriger Abwesenheit kehrten jetzt sechs vergoldete Gestelle für die kurfürstliche Porzellansammlung an den Ursprungsort zurück. Die so genannten Etagèren aus vergoldeter Holzschnitzerei schmücken, sorgfältig restauriert, das Porzellankabinett, in dem ein barockes Deckengemälde den Handel mit asiatischem Porzellan zwischen dem Fernen Osten und Europa zeigt.

Die drei Meter hohen Porzellangestelle, die um 1695 in Berlin gefertigt wurden, sind stumme Zeugen für die vor über 300 Jahren auch in Brandenburg grassierende Porzellanmanie. Wer auf sich hielt und die nötigen Taler hatte, kaufte die blau bemalte Keramik vor allem in den Niederlanden und richtete Schauräume ein. So auch die Namensgeberin von Oranienburg, Louise Henriette, die Gemahlin des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, und ihr Sohn Friedrich III., der sich 1701 zum König Friedrich I. „in“ Preußen krönte. Er und seine Gemahlin Sophie Charlotte liebten asiatisches Porzellan und richteten in Oranienburg das bedeutendste Kabinett dieser Art in ihrem Herrschaftsbereich ein. Einen anderen Schauraum kann man im Berliner Schloss Charlottenburg bewundern.

Von den sieben Oranienburger Etagèren, die Platz für rund 5000 Schalen, Vasen, Teller und Töpfe boten, blieben wie durch ein Wunder sechs erhalten. Die Preußische Schlösserstiftung präsentiert sie mit einigen dazu gehörigen Porzellanen am originalen Ort. casp

Geöffnet: Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr

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