Boxen : HINTER DEN KULISSEN

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Blumen für Michael Müller und Grübeleien über Martin Matz Dass Michael Müller am vergangenen Sonntag von seinen Genossen auf dem Parteitag mit 88 Prozent zum neuen Berliner SPDLandesvorsitzenden gewählt wurde, haben seine Nachbarn aufmerksam registriert. Familie Müller wohnt in einem Tempelhofer Acht-Familien-Haus zur Miete. Eines Abends klingelte es bei Müllers an der Tür, und ein Gesandter der Mietparteien überreichte dem SPD-Politiker einen Blumenstrauß mit Glückwunschkarte. Seine Nachbarn wünschen ihm viel Glück für die Aufgabe, in schweren SPD-Zeiten Landeschef zu werden. Müller sagt, er habe sich über die „nette Hausgemeinschaft“ sehr gefreut. Alle hätten unterschrieben, auch wenn nicht alle SPD wählen würden. Künftig kann Müller jetzt in seinem Wohnumfeld überprüfen, ob die SPD wieder mehr Punkte machen kann. Und steht spätestens 2006 nach den Wahlen niemand mehr mit Blumenstrauß vor seiner Tür, dann hat sie es gründlich vermasselt. sib

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Der FDP-Mann Martin Matz hat seinen Verriss der FDP-Politik in einer Zeit veröffentlicht, in der sich viele fragen, was er vorhat. Zweimal in kurzer Zeit sah man ihn im SPD-Milieu: erst in der Wirtschaft von Andreas Matthae in der Reinhardstraße im Gespräch mit Genossen, dann beim SPD-Landesparteitag. Beide Male, sagt Matz, habe er etwas zu besprechen gehabt. Wechselgedanken habe er nicht – Wechselgespräche würde er nicht in solcher Öffentlichkeit führen. Stimmt schon, alles ist zu offensichtlich. SPD-Landeschef Michael Müller lässt aber ausrichten, er freue sich über Matz’ Nähe zu sozialdemokratischen Positionen. wvb.

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