Hochwasserlage : Regensoll des Jahres schon längst erfüllt

In den Hochwassergebiet kämpfen 1500 Einsatzkräfte weiter gegen die Flut. Dennoch konnten Überschwemmungen einzelner Häuser, Grundstücke und Straßen nicht völlig verhindert werden.

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1. Oktober: Die Auswirkungen des Hochwassers sind überall zwischen Elsterwerda, Bad Liebenwerda und Herzberg deutlich zu sehen. An vielen Stellen sind Deiche gerissen oder unterspült, so dass Häuser und Grundstücke überschwemmt wurden. Felder und Wiesen stehen teilweise kilometerweit unter Wasser, zahlreiche Strassen sind gesperrt.Weitere Bilder anzeigen
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30.09.2010 11:271. Oktober: Die Auswirkungen des Hochwassers sind überall zwischen Elsterwerda, Bad Liebenwerda und Herzberg deutlich zu sehen. An...

Herzberg - Von Wochenendruhe konnte in den Hochwassergebieten entlang der Schwarzen Elster und der Pulsnitz im Süden Brandenburgs keine Ruhe sein. Das lag allein schon am Krach der Bundeswehr-Hubschrauber, die unentwegt Zehntausende Sandsäcke auf die aufgeweichten Deiche ablegten. Schwerpunkt war auch am Sonnabend die rund 10.000 Einwohner zählende Kreisstadt Herzberg. Trotz des Einsatzes von rund 1500 Helfern konnten Überschwemmungen einzelner Häuser, Grundstücke und Straßen nicht völlig verhindert werden. Die ganze Nacht über hatten Angehörige der Feuerwehr, der Bundeswehr, des Technischen Hilfswerks und der Polizei Sandsäcke gefüllt und an die besonders gefährdeten Deichabschnitte gebracht. Auch viele Einwohner, darunter auffallend viele Jugendliche, beteiligten sich an den Rettungsaktionen. Am kommenden Montag fällt wie schon in der vergangenen Woche der Unterricht an den meisten Schulen des Kreises Elbe-Elster aus.

"Wir rechnen erst am Sonntagabend mit einer leichten Entspannung der Lage", sagte der Präsident des Brandenburger Landesumweltamtes, Professor Matthias Freude. "Dann könnten die Pegelstände auch in und um Herzberg leicht zurückgehen." Die Deiche entlang der Schwarzen Elster seien zum Teil 150 Jahre alt, bestünden aus Sand, Schutt und Gras und würden deshalb dem Druck des Wassers nur dank der Sandsackbarrieren standhalten. Brandenburg habe sich in den vergangenen Jahren vor allem auf den Neubau von Deichen entlang von Oder und Elbe konzentriert. Künftig würden auch die kleineren Flüsse mehr beachtet werden.

Ursache der jetzigen Hochwasserlage waren sowohl die starken Niederschläge am vergangenen Wochenende als auch die feuchte Witterung in den vorangegangenen Wochen und Monaten. So wurde die durchschnittliche Regenmenge eines Jahres in Südbrandenburg schon Ende September erreicht. Allein der zurückliegende Monat brachte vielerorts zwischen 130 und 160 Liter Regen auf den Quadratmeter. Normal sind etwa 50 Liter.
Vor allem die Landwirtschaft beklagt hohe Verluste, da die Felder unter Wasser stehen und die Maschinen im Schlamm steckenbleiben.

Da die Böden kaum noch Niederschläge aufnehmen können, könnte jeder kommende Niederschlag die Pegel in den Flüssen wieder ansteigen lassen Es werde Monate dauern, bis sich die Erde abtrockne und sich dem normalen Grundwasserstand wieder annähere, hieß es von Hydrologen des Hochwassermeldezentrums in Cottbus.

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