ILA : Himmlische Geschäfte

Die Luftfahrtindustrie der Region floriert. 90 Unternehmen und Institutionen stellen sich auf der internationalen Luftfahrtausstellung vor. Ab Freitag ist die ILA auch für das Publikum geöffnet.

Claus-Dieter Steyer
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In Strausberg stellt die Stemme AG Motorsegler her - und neuerdings ein Aufklärungsflugzeug, das auch unbemannt fliegen kann. -Foto: dpa

Schönefeld - Unter den gigantischen Fluggeräten auf dem Gelände der Internationalen Luftfahrtausstellung (ILA) fallen die kleinen Motorsegler aus Strausberg erst auf den zweiten Blick auf. Sie beteiligen sich auch nicht an den spektakulären Flugshows und stehen eher etwas versteckt hinter den Zuschauermassen. Doch wer den Stand der Firma Stemme in der Nähe der Halle 8 entdeckt, erlebt eine Weltpremiere. Erstmals wird hier ein für Aufklärungszwecke bestimmtes Flugzeug der Ein-Tonnen-Klasse vorgestellt, das sowohl mit Piloten als auch unbemannt unterwegs sein kann.

„Piloten halten es kaum länger als zehn Stunden im Cockpit aus“, erklärt Firmenchef Rainer Stemme, der 1990 mit seinem inzwischen 50 Mitarbeiter zählenden Unternehmen aus Berlin auf den ehemaligen NVA-Flugplatz in Strausberg gezogen ist. „Unsere mit Kameras und Magnetsensoren ausgestatteten Maschinen aber sind 24 Stunden in der Luft.“ Sie könnten zur Aufklärung in Katastrophengebieten ebenso eingesetzt werden wie etwa zur Überwachung von Hochseegebieten.

Die Strausberger Firma gehört zu den 50 Brandenburger und Berliner Ausstellern mit eigenen Präsentationen auf der ILA. Weitere 40 Unternehmen, Universitäten und Institutionen der Region stellen sich an Gemeinschaftsständen vor. Laut Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) arbeiten in der Luftfahrtindustrie in Berlin und Brandenburg bereits 4000 Fachkräfte. Die ganze Branche komme inklusive der Flughäfen auf 16 000 Jobs in der Region. Mit einem Umsatz von 1,18 Milliarden Euro entfielen auf die Luftfahrtindustrie im Vorjahr schon sechs Prozent des Gesamtumsatzes der Brandenburger Industrie.

Als einen „gigantischen Vertrag“ bezeichnete Junghanns die Vereinbarung zwischen dem Triebwerksbauer MTU Maintance in Ludwigsfelde und der amerikanischen Fluglinie Air Wisconsin, deren sämtliche CF-34-Triebwerke in den nächsten zehn Jahren in Ludwigsfelde gewartet werden sollen. 240 Millionen Euro bezahlen die Amerikaner dafür.

Als nicht weniger erfolgreich bewertete der Wirtschaftsminister die Entwicklung beim Triebwerkshersteller Rolls- Royce in Dahlewitz am südlichen Berliner Ring. Die Entscheidung, bis 2010 hier ein Forschungs- und Testzentrum für Gasturbinenkomponenten mit weiteren 100 hochqualifizierten Arbeitsplätzen zu bauen, sei ein „weiterer Hightech-Meilenstein für die Luftfahrtregion“, formulierte Junghanns. Auch kleinere Unternehmen präsentieren sich auf der ILA mit guten Ergebnissen. So wird die Krauss Aviation Technologies GmbH aus Ludwigsfelde im chinesischen Xi’an ein Reparaturwerk für Flugzeugteile bauen.

Und im Umfeld des Flughafens Schönefeld gibt es noch viele freie Gewerbeflächen. „Firmen können sich einen Standort auf einer insgesamt 600 Hektar großen Fläche aussuchen“, sagte der Chef der Zukunftsagentur Brandenburg, Klaus-Peter Schulze. Laut Prognosen soll der neue Airport BBI 40 000 Arbeitsplätze bringen.

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