Boxen : Immer mehr afghanische Flüchtlinge in Brandenburg

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Die Flüchtlingswelle, die der Krieg in Afghanistan ausgelöst hat, kommt in Brandenburg an. Bis zu 10 Männer, Frauen und Kinder greift die Landespolizei täglich an der Autobahn oder in Gewerbegebieten unweit der Berliner Stadtgrenze auf. Seit September wurden rund 70 Flüchtlinge im Erstaufnahmelager in Eisenhüttenstadt untergebracht, sagt Sachgebietsleiter Norbert Wendorf. Das sind doppelt so viele wie in den ersten sechs Monaten des Jahres.

"Abgerissene Gestalten mit kleinem Gepäck, die den Standstreifen entlanglaufen, fallen Vorbeifahrenden auf, die dann die Polizei alarmieren", erzählt eine Polizeisprecherin in Potsdam. Ausgesetzt werden sie von Schleusern, die sie in gemischten Gruppen über die deutsch-polnische oder deutsch-tschechische Grenze gebracht haben. Von den 15 illegal Eingereisten, die man am Dienstag in und bei Waltersdorf aufgriff, waren sieben aus Afghanistan, weitere aus Vietnam, Indien und Bangladesch.

Ihre erste Nacht in Deutschland verbringen die Flüchtlinge in Polizeigewahrsam oder beim Flughafensozialdienst Schönefeld. Vor allem Frauen und Kinder werden von der Polizei an diesen von Diakonie und Caritas getragenen Dienst übergeben. Dort bekommen sie warme Mahlzeiten, Tee, Kleidung, Spielzeug und ein sauberes Bett zum Schlafen. "Wir wollen ihnen vermitteln, dass sie ein Stück des Weges geschafft haben", sagt Sozialarbeiter Roland Guske.

Wenig Konkretes erfahren die Helfer über Fluchtgründe. Öfter sei allerdings die Rede davon gewesen, dass die Männer nicht für die Taliban in den Krieg ziehen wollten.

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