Boxen : In Schönefeld fließt jetzt der Beton für den Flughafen

Auf der Großbaustelle haben die Arbeiten richtig begonnen Anfang nächsten Jahres soll ein Aussichtsturm für Besucher errichtet werden

Rainer W. During

Schönefeld - Auf der Baustelle für den neuen Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) ist gestern das modernste Betonwerk Europas in Betrieb genommen worden. Gleichzeitig hat die Vermarktung der sogenannten Entwicklungsflächen am Rande des Airports begonnen. Für sie und das einstige Baufeld Ost werden private Investoren gesucht.

„Das ist die erste wirklich große Baumaßnahme“, sagte der zuständige Geschäftsführer der Berliner Flughäfen, Thomas Weyer. 80 Millionen Euro beträgt das Auftragsvolumen für die schleswig- holsteinische Firma Becker Bau. Durch die Entscheidung, die rund 1,35 Millionen Kubikmeter Beton und 250 000 Tonnen Asphalt auf dem Gelände selbst herstellen zu lassen, werden den Anliegern bis zu 500 tägliche Lkw-Fahrten erspart. Die Rohstoffe – bis 2011 über zwei Millionen Tonnen Sand, Kies sowie rund 500 000 Tonnen Zement – werden von rund acht Güterzügen pro Tag gebracht. Die Anlage wird Arbeit für bis zu 100 Beschäftigte bieten. „Wir beabsichtigen, Neueinstellungen aus der Region zu rekrutieren“, sagte Becker-Bau-Geschäftsführer Jürgen Schabow.

Auch sonst kommt die Flughafenbaustelle langsam in Schwung. Etliche Kilometer an Baustraßen sind entstanden. Ein Teil davon wird auch nach der für Ende 2011 geplanten Eröffnung des BBI genutzt werden. Die neue Autobahn A113 ist bereits mit ihrer Kurve in Richtung des künftigen Terminals zu erkennen, überall auf dem Gelände werden Leitungen verlegt, zwei Kilometer des Entwässerungsgrabens sind fertiggestellt.

Das erste Containerdorf steht ebenfalls. Hier werden noch vor Jahresende die BBI-Planer einziehen. Rund 500 Menschen werden auf der Baustelle beschäftigt sein. Anfang nächsten Jahres soll ein Aussichtsturm errichtet werden. Wenn dann der Bau der Flughafen-Vorfelder und der neuen Südbahn beginnt, können von hier aus die Arbeiten – und später der Flugbetrieb – beobachtet werden. Ein Shuttlebus soll die Besucher vom Bahnhof Schönefeld zur Baustelle bringen.

Mit einer Präsentation auf der Gewerbeimmobilienmesse Expo Real in München haben die Berliner Flughäfen in dieser Woche auch mit der Vermarktung ihrer Entwicklungsflächen begonnen. Deren Kern ist die sogenannte BBI Airport City vor dem eigentlichen Terminal. Auf einer Gesamtfläche von 16 Hektar sollen private Investoren bis zu sechsgeschossige Gebäude für Büros, Hotels, Gastronomie, Einzelhandel und Parkhäuser mit rund 7500 Stellplätzen errichten.

Das nicht mehr benötigte Baufeld Ost wird als BBI Business Park Berlin vermarktet. Der Anfang der 90er Jahre erfolgte Fehlkauf des Areals hatte die Flughafengesellschaft in finanzielle Schieflage gebracht. Auf den 109 Hektar Fläche sollen nun Nutzungen vom Hotel bis zum großflächigen Industriebetrieb möglich sein. Der erste, 16 Hektar große Abschnitt wird bis Mitte 2008 fertiggestellt. „Wir sind mit den bisherigen Gesprächen sehr zufrieden“, sagte Thomas Weyer. Das Interesse sei nach dem ersten Spatenstich am 5. September deutlich gestiegen.

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