Industrie : Rolls-Royce errichtet Testzentrum in Wildau

Brandenburg hat sich bei der Standortentscheidung gegen den Stammsitz des Konzerns im britischen Derby durchgesetzt. Wirtschaftsminister Junghanns spricht von einem "High-Tech-Meilenstein" für die Region.

Susann Fischer
RR
Rolls-Royce errichtet in Brandenburg ein neues Testzentrum.Foto: ddp

PotsdamDer Triebwerkshersteller Rolls-Royce errichtet ein Forschungs- und Testzentrum in Brandenburg. Einen entsprechenden Medienbericht bestätigte eine Sprecherin von Rolls-Royce in Dahlewitz. Den genauen Standort und die Höhe der Investitionen nannte die Sprecherin noch nicht. Zuvor hatte die "Financial Times" berichtet, dass sich Brandenburg bei der Standortentscheidung unter anderem aus finanziellen Gründen gegen den Stammsitz des Konzerns im britischen Derby durchgesetzt habe. Dem Vernehmen nach wird das Testzentrum in Wildau errichtet. In dem Ort unweit des Rolls-Royce-Standortes Dahlewitz gibt es unter anderem eine renommierte Technische Fachhochschule.

Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) betonte: "Die Entscheidung von Rolls-Royce ist ein High-Tech-Meilenstein für die Luftfahrtregion Berlin-Brandenburg. Wir bekommen damit eine Schlüsselinvestition im Bereich Forschung und Entwicklung." Das bedeute einen Innovationsschub für die Wachstumsbranche Luftfahrtindustrie. Die Ansiedlungsentscheidung von Rolls-Royce spreche für die Qualität des Standortes.

Bereits 70 Unternehmen der Luftfahrtindustrie in Berlin-Brandenburg

Der Minister fügte hinzu, die Hauptstadtregion habe sich zu einer bedeutenden Luftfahrtregion entwickelt - insbesondere im Bereich der Triebwerkstechnik. In Berlin-Brandenburg seien bereits rund 70 Unternehmen der Luftfahrtindustrie mit rund 2800 Mitarbeitern  tätig. Hinzu kämen die Beschäftigten der allgemeinen Luftfahrt an den Flughäfen. Insgesamt biete die Branche rund 15.000 Jobs. Die Bedeutung der Branche lasse sich auch am Export ablesen. Sie führe mit 11,4 Prozent die Hitliste der Ausfuhrgüter "Made in Brandenburg" an.

Nach Angaben der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) verzeichnet das Land in diesem Jahr einen Ansiedlungsboom. Bis Ende August gab es bereits 65 Investitionszusagen, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 45. Die Zahl der geplanten neuen Arbeitsplätze beläuft sich auf mehr als 1800.

In dem Rolls-Royce-Testzentrum sollen der Zeitung zufolge knapp 100 Mitarbeiter forschen. Ein Konzernsprecher lobte gegenüber der "Financial Times" die Produktivität und die gute Bildung am deutschen Rolls-Royce-Standort.

Brandenburg sichert höhere Forderung zu

Zudem hat Brandenburg der Zeitung zufolge eine höhere Förderung zugesichert. So werde das Land umgerechnet mehr als 15 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Das seien vier Millionen Euro mehr als Derby in Aussicht gestellt habe. Hintergrund seien spezielle Förderkonditionen in den ostdeutschen Bundesländern. So dürften ostdeutsche Länder bis zu 30 Prozent der Gesamtinvestitionen von Unternehmen fördern.

Rolls-Royce ist ein weltweit führender Anbieter von Antriebssystemen wie Triebwerken und Turbinen. Der Konzern beschäftigt weltweit 38.000 Mitarbeiter. Der jährliche Umsatz beträgt mehr als zehn Milliarden Euro. Rolls-Royce Deutschland ist der bundesweit einzige behördlich genehmigte Triebwerkshersteller mit Entwicklungs-, Herstellungs- und Instandhaltungsbetriebszulassung für zivile und militärische Turbinentriebwerke.

An den deutschen Standorten Dahlewitz bei Berlin und Oberursel bei Frankfurt am Main beschäftigt Rolls-Royce Deutschland rund 2500 Mitarbeiter. In Dahlewitz investierte der Konzern seit Beginn der 90er Jahre bereits mehr als 200 Millionen Euro. (mit ddp)


0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben