Boxen : Jüdische Gemeinde hat jetzt Heimstätte

Die Jüdische Gemeinde in Frankfurt (Oder) hat erstmals seit der Zerstörung der Synagoge vor 63 Jahren wieder eine Heimstätte. Am achten Tag des jüdischen Chanukka-Festes übergab Oberbürgermeister Wolfgang Pohl (SPD) am Sonntag eine ehemalige Kindertageseinrichtung als Gemeindehaus. Zehn Mitglieder der jüdischen Gemeinde haben das Gebäude im Rahmen des Projekts "Arbeit statt Sozialhilfe" renoviert. Der Umbau kostete die Stadt insgesamt 90 000 Mark.

Das Haus wird für die Zwecke einer Synagoge genutzt. Es gibt unter anderem einen Gebetsraum. Zudem ist geplant, ein Museum über die Geschichte der Juden einzurichten. In Frankfurt (Oder) wurde jüdisches Leben erstmals im Jahr 1294 erwähnt. 1933 gab es noch 586 Juden in der Stadt. In der Reichspogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 wurde die Synagoge in der Stadtmitte angezündet.

Derzeit leben in Frankfurt wieder etwa 220 Juden, die als Flüchtlinge aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland kamen. Auch in anderen Städten Brandenburgs entstanden in den vergangenen Jahren wieder jüdische Gemeinden.

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