Boxen : Junghanns in schwieriger Mission

Wirtschaftsminister reist nach Dubai, um die Chipfabrik zu retten

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Potsdam. Kaum im Amt, ist Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) in heikler Mission zum Persischen Golf unterwegs: In Dubai und dem NachbarEmirat Sharjah will er zum einen Irritationen ausräumen, die der Rücktritt seines Vorgängers Wolfgang Fürniß (CDU) ausgelöst hat. Fürniß war wie berichtet über eine Million-Dollar-Zahlung des Herrschers von Sharjah gestolpert. Auch will Junghanns deutlich machen, dass die Landesregierung nach wie vor hinter der Chipfabrik in Frankfurt (Oder) steht, sagte Junghanns vor seinem Abflug. Dubai ist Hauptinvestor des Projektes, dessen Gesamtfinanzierung noch immer nicht gesichert ist.

Die Scheichs, die 250 Millionen Dollar in die Chipfabrik stecken wollen und dafür die Zusage für den Bau einer Folgefabrik in Dubai haben, zeigen dem Vernehmen nach „großes Interesse an dem Besuch“. Junghanns absolviert bis Montagabend ein Mammutprogramm: Rund 15 Gesprächstermine mit Herrschern und Regierungsmitgliedern der Emirate, darunter auch Scheich Mohammed bin Rashid al Maktoum, dem Kronprinz von Dubai und Verteidigungsminister der Vereinigten Arabischen Emirate. Er will Dubai zum Hightech-Produzenten machen. Die Verträge sehen deshalb auch eine Kooperation mit dem Frankfurter Institut für Halbleiterphysik (IHP) vor. In Sharjah will Junghanns mit Kronprinz Sultan bin Mohammed al Qassimi zusammentreffen – eine besonders heikle Mission, denn Fürniß hatte die Million-Dollar-Überweisung damit gerechtfertigt, dass er mit der Herrscherfamilie von Sharjah befreundet sei. Erst nachträglich hatte diese gegenüber der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) bestätigt, dass es sich bei der aufsehenerregenden Zahlung um einen Kredit handele. ma/thm

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