Boxen : Karriereknick einer Unbequemen Esther Schröder muss Vizeposten räumen

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Potsdam - „Auf keinen Fall“ will sich Esther Schröder in die Schmollecke zurückziehen, obwohl ihre Tage als Brandenburger SPD-Vizefraktionschefin nun gezählt sind. „Das würde doch gar nicht zu mir passen“, sagt die 37-Jährige mit trotzigem Unterton. Die SPD-Sozialexpertin ist dieser Tage als Vorsitzende des Arbeitskreises Arbeit, Gesundheit und Soziales der Fraktion abgewählt worden. Die Funktion hat jetzt die Abgeordnete Sylvia Lehmann inne. Zwar bleibt Schröder, einst von der PDS zur SPD gewechselt, arbeitsmarktpolitische Sprecherin. Aber ohne Arbeitskreis-Votum darf sie – so die Regularien – bei der Neuwahl der Fraktionsspitze nächste Woche nicht mehr kandidieren.

In der Fraktion bedauert das kaum einer. Man kreidet ihr „Alleingänge“ an. Schröder, einst wegen ihres Einsatzes im Landtagswahlkampf 2004 auch von Landeschef Matthias Platzeck hoch geschätzt, war bei der Reform der Abgeordnetendiäten auf Konfrontationskurs zur Fraktion gegangen, hatte die „üppigen Pensionen“ kritisiert. Als einzige SPD-Abgeordnete stimmte sie gegen das von SPD, CDU und PDS gemeinsam getragene Gesetz.

Auch mit ihrer Kritik an der „unzureichenden Arbeitsmarktpolitik“ unter Sozialministerin Dagmar Ziegler machte sie sich in der SPD wenig Freunde. Den Mund verbieten lassen will sich Schröder aber auch künftig nicht. thm

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