Katherina Reiche : Potsdamer CDU-Chefin droht Abwahl

Die Potsdamer CDU-Kreisvorsitzende Katherina Reiche muss um ihre Wiederwahl bangen. Sie galt einst als Hoffnung der zerstrittenen Potsdamer CDU, die Parteiflügel zu vereinen.

Jan Brunzlow
Katherina Reiche
Katherina ReicheFoto: Manfred Thomas

Potsdam – Der 45-jährige Unternehmer Andreas Ehrl hat am Mittwoch seine Kandidatur für die Wahl des Kreisvorsitzenden angekündigt. Ehrl, früherer Weltklasse-Wasserballer bei den Wasserfreunden Spandau, ist Inhaber mehrerer Autohäuser und Vorsitzender der CDU-nahen Mittelstandsvereinigung Brandenburg. Zu seiner überraschenden Kandidatur sagte er: „Wir brauchen weniger Berufspolitiker und mehr Menschen, die nicht von der Politik, sondern für die Politik leben.“

Reiche, einst im Schattenkabinett von Edmund Stoiber, hatte im Sommer 2008 den Vorsitz übernommen und wurde im Herbst 2009 ohne Gegenkandidaten mit 64 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Am morgigen Freitag will sich die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium erneut zur Wahl stellen.

Reiche galt einst als Hoffnung der zerstrittenen Potsdamer CDU, die Parteiflügel zu vereinen. Dies gilt als gescheitert. Der Fraktionschef der CDU im Potsdamer Rathaus, Michael Schröder, erklärte am Mittwoch: „Die Zusammenarbeit zwischen Kreisvorstand und Fraktion funktioniert nicht optimal.“ Auch Ehrl als Kandidat für den Vorsitz sagte, es sei nach der Wahl Reiches zu weiteren Zerwürfnissen und Machtkämpfen in der CDU gekommen. Zuletzt sind deswegen zwei langjährige Mitglieder erst aus der Rathaus-Fraktion und dann aus der Partei ausgetreten. Ehrl erklärte, er sei von keiner der streitenden Seiten ins Rennen geschickt worden. Offen blieb, ob die brandenburgische CDU-Vorsitzende Saskia Ludwig, die bekanntlich keine Reiche-Anhängerin ist, hinter der Kandidatur steckt.

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