• Kilometerlange Staus nach Lastwagen-Unfall auf der Autobahn A 2 Ein Lkw raste in einen zweiten, beide Wagen brannten aus. Die Fahrbahn war bis zum Nachmittag gesperrt

Boxen : Kilometerlange Staus nach Lastwagen-Unfall auf der Autobahn A 2 Ein Lkw raste in einen zweiten, beide Wagen brannten aus. Die Fahrbahn war bis zum Nachmittag gesperrt

Claus-Dieter Steyer

Lehnin. Ein schwerer Lastwagen-Unfall an der Ausfahrt Lehnin der Autobahn A 2 Berlin-Hannover hat am Mittwoch zu kilometerlangen Staus geführt. Gegen 7 Uhr war ein aus dem Kreis Potsdam-Mittelmark stammender Lastwagen auf einen wegen einer Reifenpanne haltenden Lastzug aus Görlitz seitlich aufgefahren. Beide Fahrzeuge fingen Feuer. Unfallzeugen, die gerade vorbeifuhren, holten den Fahrer aus dem Wrack des aufgefahrenen Lkw, bevor dieses vollkommen ausbrannte. Der Fahrer des Lasters aus Görlitz konnte sich noch mit einem Sprung über die Leitplanke retten. Beide wurden verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Lebensgefahr bestand nach Angaben der Polizei nicht. Die Fahrbahn Richtung Westen wurde bis 16 Uhr voll gesperrt, dann wurden zwei der drei Spuren wieder freigegeben.

Noch Stunden nach dem Aufprall lag dichter weißer Rauch über der Unglücksstelle. Etwa 12 Feuerwehren aus der Umgebung versuchten die brennenden Lastwagen zu löschen. Der Görlitzer Lkw hatte Spanplatten transportiert. Die offenen Flammen konnte die Feuerwehr zwar rasch bekämpfen, doch Probleme bereiteten die Schwelbrände. Der Leim, mit denen die Platten hergestellt worden waren, verbreitete einen beißenden Gestank. Der aufgefahrene Lkw hatte Zigaretten, Chips und Erdnussflips geladen. Vor allem die Glimmstängel brannten lichterloh. Auch beide Fahrerkabinen brannten restlos aus. „Das macht die Suche nach den Unfallursachen nicht einfach“, sagte Polizeisprecher Thomas Ringel. „Denn das Feuer vernichtete auch den Fahrtenschreiber, der uns Auskunft über die Lenk- und Ruhezeiten geben könnte.“ Beide Lkw-Fahrer konnten gestern noch nicht befragt werden.

Die Bergung der Unfallfahrzeuge nahm mehrere Stunden in Anspruch. Anschließend untersuchten Fachleute vom Autobahnamt die Fahrbahn auf eventuelle Brandschäden. Möglicherweise muss der Abschnitt an der Unfallstelle wegen der Hitze eine neue Betonschicht erhalten. In diesem Fall wären neue Staus vorprogrammiert. Auf den Umleitungsstrecken ging es schon gestern nur im Schritttempo voran. Die Polizei leitete auf dem westlichen Berliner Ring den gesamten Verkehr in Richtung Süden an der Ausfahrt Phöben ab. Glindow hieß die letzte Ausfahrt zwischen den Dreiecken Potsdam und Werder.

Auch an zahlreichen anderen Stellen um Berlin kam der Verkehr gestern durch Unfälle und Bauarbeiten ins Stocken. Betroffen waren vor allem der südliche Berliner Ring vom Schönefelder Kreuz in Richtung Dreieck Nuthetal und das Dreieck Oranienburg auf dem nördlichen Ring. An mehreren dieser Unfälle waren ebenfalls Lkw beteiligt.

In Brandenburg wurden im letzten Jahr 13 207 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Lastwagen registriert. 71 Prozent davon wurden durch die Lkw-Fahrer verursacht. Dabei wurden 67 Menschen getötet. Hauptursachen waren nicht angepasste Geschwindigkeit und unzureichender Sicherheitsabstand.

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