Boxen : Kita und Altenheim unter einem Dach

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Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hat vorgeschlagen, neue Modelle für das Zusammenleben von Jungen und Alten zu entwickeln. „Bringen wir Kita und Altenheim unter ein Dach und nutzen dafür Schulen, die wegen geringer Schülerzahlen geschlossen werden“, sagte er gestern auf einer Veranstaltung des Stadtforums Berlin zum demografischen Wandel. Außerdem sollten für Freiwilligendienste, in denen sich viele Bürger ehrenamtlich engagieren, auch jugendliche Migranten gewonnen werden. Wowereit kündigte dafür eine Bundesratsinitiative an.

Der Regierungschef setzte sich in seiner Grundsatzrede auch dafür ein, alternative Wohnformen für alte Menschen, zum Beispiel Wohngemeinschaften, stärker zu fördern. Zumal die Hälfte der Berliner Haushalte aus Singles bestehe, die im Alter nicht mit familiärer Hilfe rechnen könnten. Seine persönliche Vorstellung sei es, so Wowereit, „dass wir irgendwann keine Altersheime mehr brauchen“. Der altersgerechte Umbau von Wohnungen und Häusern erfordere allerdings einen gewaltigen Geldbedarf. In Berlin könne zum Beispiel die landeseigene Investitionsbank helfen, „barrierefreie Umbauten in vertrauter Umgebung“ finanzierbar zu machen. Pflege und soziale Dienstleistungen müssten auch als Wirtschaftszweig gestärkt werden, so der Regierungschef. Als Ergänzung zur bereits boomenden Gesundheitsbranche in Berlin.

Wowereit warnte aber davor, aus dem jetzt schon spürbaren demografischen Wandel ein Katastrophenszenario zu machen. „Nur wenn wir nicht frühzeitig handeln, wird es eine Krise geben.“ Berlin könne langfristig mit einer gleichbleibenden Bevölkerungszahl von über 3,3 Millionen Menschen rechnen. „Wir sind nicht die Uckermark und auch nicht Neu Delhi.“ Weder schrumpfe die Bevölkerung signifikant noch gebe es ein Wachstum wie in den Megacitys der Welt.

Nach Einschätzung des Regierenden wird es zwischen den Metropolen in Zukunft einen enormen Wettbewerb um junge Familien geben. Nur wenn Berlin die besten Schul- und Ausbildungsmöglichkeiten biete und seine kulturelle und wissenschaftliche Strahlkraft weiter erhöhe, könne die Stadt diesen Wettbewerb gewinnen. Auch kulturelle Einrichtungen könnten den Jugendlichen neue Perspektiven eröffnen, sagte Wowereit. Für jede Schule, Kinder- und Jugendeinrichtung solle eine Kultureinrichtung als Pate gefunden werden. za

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