Kolumne : Unterm Adler

Thorsten Metzner ehrt Schönbohm und rät zur Eigenenergieerzeugung.

Noch wissen es nur Vertraute: Jörg Schönbohm, 71 Jahre, der bald scheidende CDU-Innenminister, erhält eine der renommiertesten sicherheitspolitischen Auszeichnungen der Bundesrepublik. Am 13. August wird ihm von Verteidigungsminister Franz Josef Jung die Manfred-Wörner-Medaille für Verdienste „um Frieden und Freiheit in Europa“ verliehen. Der Ex-General, der 1990 umsichtig die NVA auflöste, sei wegen der Ehrung richtig gerührt, heißt es. Schönbohm steht dann in einer Reihe mit hochkarätigen Trägern, etwa dem früheren Nato-Generalsekretär Javier Solana, dem EU-Administrator für das bosnische Mostar, Hans Koschnick, dem US-Diplomaten Richard Holbrooke oder dem UN- Sonderbeauftragten für Kosovo, Martti Ahtisaari.

Auf Brandenburgs Volksvertreter kommen echt harte Zeiten zu: Im Parlamentsgebäude wird zu viel Strom gezapft, zu viel für die Uraltkabel im „Kreml“. Deshalb will man zu drakonischen Maßnahmen greifen, wie Landtagsdirektor Detlef Voigt jetzt den Fraktionen ankündigte: Es bleibe „nur der Weg, die Belastung der Elektroanlage zu reduzieren“. Deren zulässige Grenze sei wegen der wachsenden Zahl „privater Elektrogeräte“ häufig überschritten, so dass es „zu Stromausfällen und damit zur Nichtverfügbarkeit von IT-Anwendungen bis hin zu Datenverlusten“ komme. Glaubt er, dass in den Büros heimlich Massagesessel, Sonnenbänke oder Saunen betrieben werden? Voigt kündigt an, dass „in jedem Fall“ mit „Einschränkungen gegenüber der bisherigen Praxis der Nutzung von individuellen technischen Geräten“ zu rechnen sei.

Erfolg garantieren würde ein radikaleres Öko-Elektro-Regime: Jede Fraktion besetzt künftig eine Fitness-Fahrradtrafostation, in der Abgeordnete strampelnd Strom produzieren. Außerdem gäbe es Sperrstunden: Montags dürfen die Sozis, dienstags die Christdemokraten, mittwochs die Linken an die Steckdosen. Perfekt wäre, wenn die Grünen wieder im Landtag wären: Die brauchen ja gar keinen Strom.

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