Boxen : Kreuzberg ist überall

Armin Lehmann

Hansi heißt eigentlich Hasan Selim Khan. Aber das interessiert seine Berliner Freunde nicht. Und schon gar nicht Oma Dressel, seine Nachbarin. Hasan ist Deutscher, nein Berliner. Er ist auch Türke, nein Istanbuler. Man hat schon einiges gelesen über die Probleme Jugendlicher zwischen zwei Welten. Yadé Kara aber lässt die Geschichte ihres Debütromans in den Tagen des Mauerfalls spielen. Und so erfährt man viel über den Seelenzustand der Türken dieser Stadt. Das „Kultur-Problem“ wird dabei ganz unaufgeregt miterzählt, so dass man sich bei der Lektüre ganz auf Hasan konzentrieren kann. Die Ostberliner strömen in den Westen, während Hasan erfährt, dass sein Vater eine Geliebte in Ost-Berlin hat. Und ein Kind. Kara erzählt im Ton der jungen Deutschtürken. Nur manchmal kommt sie aus dem Rhythmus.

Yadé Kara: Selam Berlin. Roman. Diogenes Verlag, Zürich. 381 Seiten, 19,90 €.

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