Boxen : Kurzmeldungen

Michael Mara/Thorsten Metzner

UNTERM ADLER

Politiker sollten sich vor voreiligen Versprechungen hüten. So gerät jetzt CDU-Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns in Argumentationsnöte, weil er sich vor der Kommunalwahl nachdrücklich für den Bau eines neuen Thermalbades in Rheinsberg ausgesprochen hatte. Eine Kabinettsvorlage seines Ministeriums kommt jetzt allerdings zu einem anderen Ergebnis: Es müsse eingeschätzt werden, „dass der Bedarf an touristischen Bädern im Land Brandenburg gedeckt ist.“ Diese Aussage bedeute keinesfalls das Aus für Rheinsberg, beteuert zwar Ministeriumssprecher Dirk Reitemeier. Junghanns’ Position bleibe, dass über jedes Projekt im Kabinett noch einmal diskutiert werden müsse. Doch wollen Ministeriale den wahren Grund für das Abwiegeln kennen: In Kürze findet in Rheinsberg die Stichwahl um das Bürgermeisteramt statt – zwischen einem SPD- und einem CDU-Bewerber. Da will Junghanns, zugleich CDU-Vizelandeschef, keine Wähler vergrätzen.

Amors Wege, manchmal beginnen sie sogar in der Bürokratie. Eigentlich wollte Brandenburgs Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg nur eine neue Telefonanlage für die Staatsanwaltschaft Cottbus beschaffen. Das Angebot war günstig, aber befristet - nur die nötige Genehmigung aus Potsdam kam und kam nicht. In seiner Not, die Frist lief ab, wandte er sich direkt an Katrin Beck, Büroleiterin und Sprecherin von Finanzministerin Dagmar Ziegler, die prompt weiterhalf. Dank ihres Eingreifens gab das Finanzministerium tatsächlich grünes Licht. Und der dankbare Rautenberg lud Beck zum Italiener ein, um den Sieg über den Amtsschimmel zu feiern. Seitdem, so wissen Eingeweihte, verbindet den „General“ und die attraktive Büroleiterin mehr als der Kampf gegen die Bürokratie. In der Generalstaatsanwaltschaft hatte man die Hoffnung schon aufgegeben, dass der als „ewiger Junggeselle“ geltende Rautenberg jemals unter die Haube komme.

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