Boxen : Landes-SPD favorisiert Gerhard Schröder

MICHAEL MARA

Stolpe rechnet mit Brandenburgern im SchattenkabinettVON MICHAEL MARA POTSDAM.Brandenburgs SPD-Spitze favorisiert Gerhard Schröder als Kanzlerkandidaten.Wenige Stunden vor der mit Spannung erwarteten Landtagswahl in Niedersachsen, die eine Vorentscheidung bringen wird, bekannten sich führende SPD-Politiker des Landes erstmals offen zu Schröder.Mit ihm sei ein Sieg bei den Bundestagswahlen wahrscheinlicher, sagte Parteichef Steffen Reiche.Fraktionschef Wolfgang Birthler bezeichnete Schröder als seinen "Wunschkandidaten": Mit ihm sei der Wechsel in Bonn zu schaffen.Auch Umweltminister Matthias Platzeck sprach sich für den Niedersachsen aus.Zwar trauen Brandenburgs SPD-Genossen beiden Kandidaten die Kanzlerschaft zu.Auch Ministerpräsident Stolpe hatte immer wieder betont, Schröder wie auch Lafontaine seien geeignet.Doch werden Schröder in Potsdam die größeren Chancen eingeräumt, die für den Wechsel in Bonn erforderliche Stimmenzahl zusammenzubringen.Am deutlichsten formulierte es Birthler: Aufgrund der Umfrageergebnisse und der Ausstrahlung gebe es keine Alternative zu Schröder.Es komme bei der Bundestagswahl nicht nur auf Ostdeutschland an, sagte Birthler.Es müsse ein Ruck durch ganz Deutschland gehen."Dafür steht Schröder." Die spezifischen Ostinteressen sehen Birthler und Reiche zwar bei beiden in guten Händen.Allerdings durchaus mit Nuancierungen: Schröder gehe praktischer heran, Lafontaine theoretischer, sagte Birthler.Reiche meinte: Ein sozialdemokratischer Kanzler werde seinen Erfolg zu einem wesentlichen Teil den Stimmen im Osten zu verdanken haben.Und unter Anspielung auf die Bundestagswahl 1994: Lafontaine habe die Lektion "sichtbar gelernt".Schröder, so Reiche, sei "viel härter" als Lafontaine.Niedersachsen verdanke der deutschen Einheit mehr als andere.Ein Statement von Ministerpräsident Stolpe war nicht zu bekommen: Er will einige Tage beim Skifahren entspannen.Er werde jedoch Montag in Bonn sein, hieß es.Kürzlich hatte Stolpe geäußert, daß die Kür des Kanzlerkandidaten für ihn ein Angstpunkt sei: Denn dieser werde bei der Suche nach Mitgliedern für seine Mannschaft auch ein oder zwei Brandenburger im Visier haben.Inzwischen haben jedoch sowohl Regine Hildebrandt wie auch Matthias Platzeck erklärt, nicht zur Verfügung zu stehen.Sorgen bereitet in Potsdam, daß Schröder noch "an seiner selbstauferlegten Zwei-Prozent-Klausel" scheitern könnte.Wenn er in die Nähe seines alten Ergebnisses komme, müsse er Kanzlerkandidat werden, sagte Reiche.

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