Landgericht Potsdam : Junge Linke zu Bewährungsstrafen verurteilt

Zwei junge Angehörige der linken Szene sind vom Landgericht Potsdam wegen eines Angriffs auf einen mutmaßlichen Rechten zu Bewährungsstrafen verurteilt worden.

Potsdam - Das Gericht führte dafür jeweils gefährliche Körperverletzung an, wie ein Sprecher mitteilte. Die 23-jährige Julia S. erhielt sechs Monate zur Bewährung. Der 22 Jahre alte Patrick B. bekam eine Jugendstrafe von sechs Monaten, die ebenfalls zur Bewährung ausgesprochen wurde. Gegen den 22-jährigen Arend L. und den 21-jährigen Robert D. sprach das Gericht wegen gefährlicher Körperverletzung Verwarnungen aus. Gegen eine fünfte Angeklagte war das Verfahren eingestellt worden.

Das Quartett war angeklagt, im Juni vergangenen Jahres einen damals 17-Jährigen wegen dessen offenbar rechter politischer Gesinnung vor einem Potsdamer Café attackiert zu haben. Der Jugendliche erlitt eine Kopfplatzwunde und Hautabschürfungen.

Mord-Anklage zurückgenommen

Ursprünglich hatte der Vorwurf der Staatsanwaltschaft auf versuchten Mord gelautet. Die Anklage wurde jedoch in diesem Punkt von der Kammer nicht zugelassen. Julia S. saß aber wegen des Verdachts auf Mordversuch fünf Monate in Untersuchungshaft, was in der Öffentlichkeit als unverhältnismäßig kritisiert wurde. Erst nach Veröffentlichung eines Gutachtens, demzufolge ein Hieb mit einem Teleskopschlagstock in der Regel nicht tödlich sein könne, wurde die Frau freigelassen.

Ende März waren in zwei Verfahren vor dem Potsdamer Landgericht mehrere rechtsgerichtete junge Männer und Frauen wegen gefährlicher Körperverletzung zu Haftstrafen von bis zu fünf Jahren verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten Anfang Juli 2005 in der Potsdamer Innenstadt zwei junge Männer aus der linken Szene überfallen und schwer verletzt hatten. Möglicherweise handelte es sich um einen Racheakt für den Angriff der Linken. (tso/ddp)

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