Lausitzring : Flugzeuge statt Rennautos zum Jubiläum

Mit einem Luftspektakel feiert der Lausitzring sein zehnjähriges Bestehen. Gebaut wurde er, weil dort Rennen der Formel 1 laufen sollten.

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Tsp/Kroupa

KlettwitzAn den Start und die Landung von Flugzeugen hatten die Konstrukteure des Lausitzringes nicht gedacht. Sie wollten stattdessen eine so perfekte Rennpiste bauen, dass der Formel-1-Zirkus einfach zwangsläufig hier gastieren müsste. Doch alle Träume platzten bekanntlich, und so wird das zehnjährige Bestehen der Anlage am Wochenende ausgerechnet mit einem Flugspektakel gefeiert. Die „Red Bull Air Race“ trägt nach den Wettkämpfen in Abu Dhabi, Perth, Rio de Janeiro, Ontario und New York im kleinen Klettwitz ihr Saisonfinale aus, nachdem die ursprünglich geplanten Rennen in Budapest und Portugal nach Problemen bei den Genehmigungen abgesagt wurden. So wird am Sonntag gegen 16 Uhr der neue Weltmeister mit den wendigen und blitzschnellen Maschinen feststehen.

Letztmalig in Deutschland waren die 14 Flugakrobaten im Jahr 2006 zu erleben. Damals kamen 400 000 Zuschauer auf den Flughafen Tempelhof, in der Lausitz sind bislang 60 000 von 92 000 Tickets verkauft, zu Preisen von bis zu 45,80 Euro. Die Veranstalter setzen 600 Ordner ein, um den Besucherstrom zu kanalisieren und verweisen auf ihr Sicherheitskonzept. „Zwischen Flugzeugen und Zuschauern wird ein Sicherheitsabstand von 150 Metern eingehalten, und selbst bei einem Unglück würden herumfliegende Trümmerteile in Fangzäunen landen“, sagt der Sicherheitschef Hannes Schwenter. Trotz des Abstands könnten die Zuschauer die Rennen beobachten. „Die Maschinen fliegen in fünf bis sechs Metern Höhe durch die wie Slalomstangen aufgestellten Pylon“, erklärt Schwenter. Bei einem Tempo von 370 Kilometern pro Stunde sei schon ein außergewöhnliches fliegerisches Können erforderlich. 20 Schikanen müssen in einer möglichst kurzen Zeit gemeistert werden. Der Schnellste gewinnt.

Obwohl die Hauptrennen an beiden Tagen erst gegen 14 Uhr beginnen, sollten Besucher spätestens bis 12 Uhr auf dem Gelände sein. Denn zu dieser Zeit werden die Zufahrtsstraßen wegen des einsetzenden Flugverkehrs gesperrt. Ein möglicher Stau wäre auch für die Anwohner des Lausitzringes eine ungewohnte Erfahrung. Die letzten Großveranstaltungen auf der Anlage liegen schon sieben Jahre zurück, als die amerikanische Champ-Car-Serie hier gastierte. Danach beschränkte sich der Saisonhöhepunkt auf die deutsche Tourenwagenmeisterschaft. Weltmeisterschaften stehen nicht mehr im Programmkalender und selbst die Musikveranstaltungen sind gestrichen. „Die Formel 1 ist für uns kein Thema“, hatte Josef Hofmann, einer der beiden Geschäftsführer der alpha Technik GmbH aus dem bayerischen Stephanskirchen bei Rosenheim, schon kurz nach der Übernahme der Strecke Anfang 2009 erklärt. Das mittelständische Unternehmen pachtete die Anlage zusammen mit der Dekra bis 2016 vom Förderverein des Lausitzringes.

Weitere Informationen zu Rennen auf: www.eurospeedway.de

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