Ludwigsfelde : Mann kündigte blutiges Familiendrama per SMS an

Das Familiendrama im brandenburgischen Ludwigsfelde war offensichtlich sorgfältig geplant: Der Vater hatte seinem Bruder die Tat per SMS angekündigt.

Ludwigsfelde - Ein 32 Jahre alter Familienvater hatte am Donnerstag seine beiden zwei und vier Jahre alten Kinder und sich selbst erschossen. "Grund war wohl, dass er die Trennung von seiner Frau nicht verkraftet hat", sagte Polizeisprecher Rudi Sonntag. Das Arztehepaar hatte sich getrennt. Er lebte bei seinem Bruder in Mecklenburg-Vorpommern, sie war mit den Kindern im Dezember nach Ludwigsfelde gezogen.

Es war der zweite Geburtstag der Tochter. Die Wohnung war mit Girlanden geschmückt. Bereits um 5.30 Uhr traf der Mann in der Wohnung ein. Seine 30 Jahre alte Frau ging wenig später zur Arbeit. Kurz darauf bekam der Bruder des 32-Jährigen eine SMS: "Ein Mann muss tun, was er tun muss." Außerdem gab er seinem Bruder zu verstehen, dass er bewaffnet sei, sagte der Polizeisprecher.

Niemand hörte die Schüsse

Dann begann ein Wettlauf mit der Zeit. Der Bruder kontrollierte den Waffenschrank. Der verstorbene Großvater war Jäger gewesen, die Großmutter verwaltete die Waffen. Es fehlte eine Pistole, eine 38er Spezial. Verzweifelt versuchte er die 30-Jährige in Ludwigsfelde zu erreichen. Doch diese sah erst um 11.18 Uhr die Nachricht, verständigte umgehend die Polizei.

Eine Verhandlungsgruppe des Landeskriminalamtes versuchte mehrfach erfolglos, Kontakt zu dem 32-Jährigen aufzunehmen. Angrenzende Wohnungen wurden geräumt. Mehrmals meinten Beamte, Geräusche aus der Wohnung zu hören. Gegen 16 Uhr stürmte ein Spezialeinsatzkommando die Wohnung im dritten Stock. Die Beamten fanden allerdings nur noch die drei Leichen.

Nach ersten Erkenntnissen des Rechtsmediziners waren alle drei seit etwa 10 Uhr tot, erschossen. Warum niemand im Haus die Schüsse hörte, ist unklar. Die 30-Jährige wurde von einem Notfallseelsorger psychologisch betreut. "Sie konnte nichts machen, wird sich aber lebenslang Vorwürfe machen", sagte ein Sprecher der Polizei. Offenbar hatte sich der Mann perfekt verstellt, so dass seine Frau nichts von dem Plan ahnte. Der zweite Geburtstag der Tochter war dann die Möglichkeit, mit den Kindern allein zu sein. (Von Matthias Benirschke, dpa)

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