Boxen : Mehr freie Fahrten für freie Bootsführer

Claus-Dieter Steyer

Zeuthen - Brandenburg gibt den gelegentlichen Freizeitkapitänen auf Haus- und anderen Motorbooten mehr Freiraum: Die Reviere, in denen für die Steuerung eines Schiffes für maximal zwölf Personen kein Bootsführerschein notwendig ist, sollen erheblich vergrößert werden. Derzeit gilt diese Reglung schon auf 350 Kilometern Bundes- und Wasserstraßen. Ab Frühjahr 2006 kommen höchstwahrscheinlich weitere 110 Kilometer hinzu: zwischen der Glienicker Brücke, Potsdam und Werder sowie zwischen Plaue bei Brandenburg und Havelberg. Verkehrsminister Frank Szymanski (SPD) zeigte sich gestern in Zeuthen optimistisch, dass die Bundesbehörden dem Antrag zustimmen. Beide Strecken gehören zu den Bundeswasserstraßen.

„Die Idee, auf Bootsführerscheine zu verzichten, hat sich seit dem Jahr 2000 zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt“, sagte Szymanski. „Wir haben vor fünf Jahren mit den ersten 68 Kilometern angefangen. Seitdem gab es lediglich fünf Unfälle durch Kapitäne ohne Führerschein.“ Vor allem im Norden und Südosten Brandenburgs genügt eine „Charterberechtigung“, die der Tourist nach einer Einweisung durch den Bootsverleiher erhält.

Der Aufschwung im Wassertourismus, der erfolgreichsten Sparte im Fremdenverkehr, gehe vor allem auf die neue Freiheit für Bootsführer zurück, sagte Szymanski. Schließlich gebe es diese Regelung nur in Brandenburg und in der angrenzenden Mecklenburgischen Seenplatte. Im übrigen Deutschland müssen wegen der starken Berufschifffahrt auf den Flüssen und Kanälen auch Hausbootkapitäne einen Bootsführerschein besitzen.

Derzeit gibt es in Brandenburg und Mecklenburg rund 600 Hausboote zum Ausleihen. Die Zahl der Bootshäfen hat sich in Brandenburg auf inzwischen 65 mit zusammen 3800 Liegeplätzen erhöht.

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