Boxen : Morddrohung gegen Rathauschefin

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Brandenburg / Havel Die Rathauskrise in der Stadt Brandenburg weitet sich aus: Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) bestätigte gestern, dass es eine Morddrohung gegen sie gegeben hat. Ein Unbekannter habe telefonisch gedroht, sie zu erschießen, falls sie dem wegen dubioser Verbindungen zu einem Drogendealer beurlaubten SPD-Bürgermeister Norbert Langerwisch nicht sofort die Rückkehr in den Dienst ermögliche. „Das ist nur die Spitze des Eisberges", sagte Tiemann. Sie erinnerte daran, dass es bereits im Oberbürgermeisterwahlkampf, bei dem Langerwisch gegen sie antrat, eine Bombendrohung gegen eine CDU-Veranstaltung gab. Nach ihrem Wahlsieg sei die Zentrale ihrer Familienfirma mit Farbbeuteln beschädigt worden. Tiemann will Langerwisch als Bürgermeister abwählen lassen, weil er die Brandenburger über seine Kontakte zum inzwischen inhaftierten Drogendealer Dirk R. belogen habe. Gegen R. beginnt am Freitag der Prozess. Tiemann steht wegen der Morddrohung unter Polizeischutz.

Zugleich geraten jetzt auch die Christdemokraten in Brandenburg – Tiemann ist dort Kreisvorsitzende – unter Druck. Der CDU-Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung, Friedrich von Kekule, zugleich Aufsichstratsvorsitzender der kommunalen Theater GmbH, soll vom örtlichen Wachschutzunternehmen Safe rund 3000 Euro erhalten und sich für die Vergabe eines Theater-Auftrages an Safe eingesetzt haben. Kekule bestreitet die Vorwürfe. Pikant an dem Vorgang: Safe-Geschäftsführer Jörn Schlanert gehörte im Wahlkampf im Herbst 2003 zum engsten Unterstützerkreis des damaligen SPD-Kandidaten Langerwisch. thm

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