Mordprozess : Hirnforscher fordert Verbot von "Killerspielen"

Im Rahmen des Prozesses gegen einen 19-Jährigen hat sich ein Sachverständiger für ein Verbot von brutalen Videospielen ausgesprochen. Der Täter soll am Vorabend des Mordes ein "Killerspiel" gespielt haben.

Cottbus - Der Sachverständige Manfred Spitzer plädierte für ein Verbot von Videospielen, da diese die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen förderten. Beim Mord an einem 51 Jahre alten Obdachlosen in Cottbus könne ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Videospiel und der Tat nicht ausgeschlossen werden, sagte Wissenschaftler von der Universtität Ulm Journalisten.

Der 19-Jährige soll das Gesicht seines Opfers mit mehreren Faustschlägen und Fußtritten zertrümmert haben. Vor der Tat hatte er offenbar ein Spiel gespielt, bei dem virtuelle Ringer auf Körpern und Köpfen ihrer Gegner herumspringen.

Der Angeklagte würde auch bei Niederlagen in anderen Spielen ein Problem haben, hieß es in der Stellungnahme des Experten weiter. Für die Tat liege kein anderes Motiv vor als dieses Gewaltvideo im Zusammenhang mit Alkohol. Wegen der Gefährdung von Kindern und Jugendlichen sei es höchste Zeit, ein Verbot brutaler Videospiele öffentlich zu diskutieren. (tso/ddp)

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