Nach der Schlägerei in Luckenwalde : Lehrer nach brutaler Prügelei unter Druck

Nachdem ein 12-jähriger Junge von seinen Mitschülern krankenhausreif geschlagen worden war, führt nun die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Verletzung der Aufsichtspflicht.

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Nach der folgenschweren Prügelei während einer Hofpause an der Friedrich-Ebert-Grundschule in Luckenwalde will das Brandenburger Bildungsministerium alle Umstände aufklären. „Wir gehen zunächst von einem schwerwiegenden Einzelfall aus, der nicht zu akzeptieren ist“, sagte Stephan Breiding, Sprecher des Brandenburger Bildungsministeriums. „Lehrer müssen zu jeder Zeit das Geschehen auf Schulhöfen im Auge behalten und in zugespitzten Situationen einschreiten.“ Deshalb würden mit den Lehrern der Grundschule intensive Gespräche über den Vorfall Mitte Februar sowie über die Vorwürfe der Mutter des verletzten Jungen geführt, er sei seit drei Jahren von Mitschülern drangsaliert worden.

Wie berichtet, war der 12-jährige Florian von vier Mitschülern so schwer verprügelt worden, dass er wegen einer Augenverletzung, eines Schädel-Hirn-Traumas und erheblicher Prellungen vom örtlichen Krankenhaus mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik in Frankfurt (Oder) geflogen werden musste. Er befindet sich inzwischen wieder zu Hause. Die Staatsanwaltschaft prüft die Aufnahme von Ermittlungen wegen des Verdachts der Verletzung der Aufsichtspflicht gegen Lehrer der Grundschule. Die vier betroffenen Schüler sind bereits an andere Grundschulen verwiesen worden.

Die Lehrerschaft sieht sich seit Bekanntwerden des Vorfalls zahlreichen Beschimpfungen und sogar Drohungen ausgesetzt. „Es gibt viele Anrufe und E-Mails aus ganz Deutschland und aus dem Ausland“, bestätigte Ministeriumssprecher Breiding. „Das zuständige Schulamt ist ständig vor Ort, weil die Rektorin einen Zusammenbruch erlitten hatte und medizinisch betreut werden musste.“ Nachdem das Gerücht von einer Protestdemonstration aufgebrachter Eltern die Runde in der Kleinstadt gemacht hatte, beobachtete am Montag die Polizei das Schulgelände. Es kam allerdings nicht zu einer Kundgebung. Eltern berichteten gestern von einer „angespannten Situation an der Schule“. Manche Lehrerinnen hätten Tränen in den Augen gehabt.

Breiding wehrte sich gegen die Bezeichnung „Folterschule“ in einigen Medien. Man stehe mit der Aufklärung der Verhältnisse erst am Anfang. Nach bisherigen Erkenntnissen soll ein Lehrer sogar die Rauferei entdeckt und sich nach dem Grund erkundigt haben. „Alles nur Spiel“, soll ein Schüler gesagt haben, worauf sich der Lehrer entfernt habe. Erst später wurden die schweren Verletzungen bei Florian entdeckt.

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