• Nach Jahrzehnten als Ruine wird St. Pauli endlich restauriert Brandenburg hofft auf Touristen durch Archäologisches Museum

Boxen : Nach Jahrzehnten als Ruine wird St. Pauli endlich restauriert Brandenburg hofft auf Touristen durch Archäologisches Museum

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Drei Tage lang brannte das alte St. PauliKloster, nachdem sich deutsche und sowjetische Soldaten in den Straßen Brandenburgs während der letzten Kriegswochen erbitterte Kämpfe geliefert hatten. Eine bis auf das Jahr 1286 zurückgehende, für die Backsteingotik beispielhafte Anlage war damit für Jahrzehnte zum Dahindämmern als Ruine verdammt. In den nächsten Jahren aber bekommt Brandenburg genau dort eine neue kulturelle Attraktion - das Archäologische Landesmuseum, das in dem 1560 geschlossenen Dominikanerkloster eingerichtet wird.

Landesarchäologe Jürgen Kunow rechnet mit Kosten von etwa 14 Millionen Euro, die von der Europäischen Union, dem Bund sowie dem Land und der Stadt Brandenburg aufgebracht werden. Das Geld werde gebraucht, um die mittelalterliche Klosterkirche in der Brandenburger Neustadt und die sie umgebenden Gebäude denkmalgerecht aufzubauen und zu sanieren. Zu dem ehrgeizigen Vorhaben gehört auch, das Dach der nur in den Außenmauern erhaltenen Klosterkirche und die gotisch geschmückten Kirchenfenster wiederherzustellen. Auch muss das Innere der Kirche von Schutt befreit und der Kreuzgang um den im Sommer kulturell genutzten Klosterhof saniert werden. Schließlich wird in dem künftigen Museum viel Museumstechnik eingebaut. Die erste Ausstellung ist für 2006 geplant.

Nach wie vor ist die Stadt Eigentümerin der Klosteranlage. Diese wird später an das Archäologische Landesamt verpachtet, das dort eine Auswahl der seit dem 19. Jahrhundert laufenden Grabungen in Brandenburg und Berlin zeigen will. Dazu gibt es Absprachen zwischen den Behörden in Berlin und Potsdam. Brandenburg unterstützt das Projekt und hofft darauf, dass künftig viele Besucher in die Stadt an der Havel kommen werden und sich St. Pauli zu einem Touristenmagnet entwickelt. Bisher fehlt dem Land Brandenburg eine zentrale Stelle zur Präsentation seiner archäologischen Schätze.

Ab Januar 2004 wird in dem ab dem 13. Jahrhundert erbauten, immer wieder veränderten und erweiterten Pauli-Kloster und seiner Umgebung gegraben. Die Archäologen erwarten neue interessante Funde zur Geschichte der Stadt Brandenburg und speziell Aufschlüsse über die Baugeschichte des Klosters. Nach der Schließung während der Reformation hatte die Anlage als Armenhaus, später als Hospital gedient. Von 1918 an war der zentrale Bau eine Garnisonskirche. Glasmalereien aus dem klösterlichen Gotteshaus sind heute im Scheitelfenster des Chores der Brandenburger Katherienkirche zu bewundern. Helmut Caspar

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