Boxen : Nach Urteil im Hetzjagd-Prozess: 87 000 Mark für Revision gespendet

Frank Jansen

Mit der Niederlegung von Blumen am Gedenkstein für Farid Guendoul haben gestern in Guben Freunde des Algeriers, Einwohner und Linke an die Hetzjagd auf Ausländer erinnert. Am 13. Februar 1999 war Guendoul auf der Flucht vor Rassisten in eine Glastür gesprungen und an den dabei erlittenen Schnittverletzungen verblutet. Acht junge Gubener verurteilte das Landgericht Cottbus im vergangenen November wegen fahrlässiger Tötung, nur ein Angeklagter erhielt eine Haftstrafe. Gegen das Urteil haben Angehörige Guendouls Revision eingelegt. Um die Kosten aufbringen zu können, hatte der Verein "Opferperspektive" eine Spendenaktion gestartet. Zusammengekommen sind über 87 000 Mark - vermutlich so viel, wie nie zuvor für ein Opfer rechter Gewalt in Brandenburg. Das für die Revision nicht benötigte Geld erhält die in Algerien lebende Familie Guendoul.

Der Verein Opferperspektive bittet auch um Spenden für ein weiteres Opfer rassistischer Gewalt. Ein Asylbewerber aus dem Sudan war 1998 in Lauchhammer von Bikern verprügelt worden, das Amtsgericht Senftenberg verurteilte zwei Täter vor einer Woche nur zu je 3000 Mark Geldstrafe. Die Revision des mittelosen Flüchtlings wird etwa 5000 Mark kosten. Bei der Mittelbrandenburgischen Sparkasse Potsdam steht, wie im Fall Guendoul, erneut das Konto der Opferperspektive zur Verfügung, diesmal unter dem Stichwort "Lauchhammer". Die Kontonummer lautet 350 201 6703, die Bankleitzahl 160 500 00.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben