• NATURPARKS IN BRANDENBURG: Den höchsten Berg gestürmt, in Verlorenwasser geträumt

Boxen : NATURPARKS IN BRANDENBURG: Den höchsten Berg gestürmt, in Verlorenwasser geträumt

CLAUS-DIETER STEYER

Der neue Naturpark Hoher Fläming lockt mit viel Wald, verschlungenen Wegen, kleinen Bächen und prächtigen AussichtspunktenVON CLAUS-DIETER STEYER RABEN.Am morgigen Sonntag wird ein weißer Fleck auf der Karte der Brandenburger Naturparks gefüllt.Denn bisher befinden sich die großen Schutzgebiete vor allem im Nordosten und Südosten des Landes.Nun rückt mit der feierlichen Eröffnung des Naturparkes Hoher Fläming durch Ministerpräsident Stolpe auch der Südwesten in die öffentliche Aufmerksamkeit.Verdient hat es die Gegend schon lange, denn die meisten der nun in einem Naturpark zusammengefaßten kleinen Natur- und Landschaftsschutzgebiete stammen schon aus den sechziger und siebziger Jahren.91 Prozent des 827 Quadratkilometer großen Parks stehen unter besonderem Schutz. Im Hohen Fläming, dessen Name auf die Besiedlung des Höhenzuges durch flämische Einwanderer im 12.Jahrhundert zurückgeht, wimmelt es nur so von entdeckenswerten Besonderheiten.Wer ahnt schon, daß hier die höchste Erhebung Brandenburgs erklettert werden kann? Der Hangelberg in der Nähe der Kleinstadt Belzig mißt genau 200,1 Meter.Doch die Mühen des Anstieges werden durch einen schönen Rundblick auf die umgebenden Hügel belohnt. Dabei fällt sofort ein weiteres Charakteristikum auf: Die bis an die Grenze von Sachsen-Anhalt reichende Gegend ist nur dünn besiedelt.Von weniger als 40 Einwohner pro Quadratkilometer spricht die Statistik.Neben Belzig gelten nur Niemegk und Brück als Stadt.Dennoch braucht sich der Ausflügler nicht zu sorgen, in der Einsamkeit der Kiefern-, Traubeneichen- und Buchenwälder verloren zu gehen.Die Wanderwege sind vorbildlich ausgeschildert.Allein die Topographische Karte des Landesvermessungsamtes enthält 23 Wanderrouten von Belzig, Wiesenburg, Brück, Klein Briesen, Treuenbrietzen und anderen Orten. Wer als Großstädter für einen Tag einmal dem Trubel entschwinden will, ist beispielsweise in Verlorenwasser zwischen Belzig und Görzke gut aufgehoben.Hier gibt es nicht nur stille Plätze im Wald oder auf blühenden Wiesen im Überfluß.Als Erinnerungsfoto eignet sich ein Ort ganz besonders: Der geografische Mittelpunkt der DDR.Die Fernsehsendung "Außenseiter - Spitzenreiter" hatte diesen Platz bei Verlorenwasser herausgefunden und war damit prompt ins Fettnäpfchen getreten.Denn die herausgefundenen Koordinaten kreuzten sich genau am Rande eines militärischen Übungsplatzes.Hier war Öffentlichkeit nicht gewünscht, so daß der Mittelpunkt großzügig verschoben wurde.Jetzt hat alles wieder seine Richtigkeit.In der Gaststätte "Zur Hirschtränke" sind diese und viele andere Geschichten zu erfahren.Auch die Herkunft des Namens Verlorenwasser wird hier geklärt. Für einen Kurzausflug in den neuen Naturpark empfiehlt sich der Ausflug nach Raben, gleich an der Autobahnabfahrt Klein Marzehns gelegen.Das herausgeputzte kleine Dorf ist von Wanderwegen und Ausflugszielen geradezu umringt.Die Alte Brennerei als Sitz der Naturparkverwaltung, der Naturwacht und des ehrenamtlichen Naturparkvereins hält umfangreiches Informationsmaterial bereit.Hier beginnen am Sonntag nach der Eröffnung des Naturparks um 14 Uhr mehrere geführte Wanderungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad.Nur einige hundert Meter sind es bis ins Quellgebiet der Plane.Auf 27 Kilometer durchfließt der Bach den Hohen Fläming.Doch am reizvollsten ist sein Ausgangspunkt im Planetal bei Raben.An die große Quellwiese schließen sich Moore und helle Wälder an.Besonders in diesen Frühlingstagen zaubern die Frühblüher ein buntes Bild.Auch aus lichter Höhe ist die Pracht zu ahnen.Der 28 Meter hohe Bergfried der Burg Rabenstein macht die Besucher nicht nur mit der Sage der vor Jahrhunderten in die Gemäuer verbannten Ritterstochter Rosemarie vertraut, sondern auch mit einem zauberhaften Naturpark. Wie eine Kette grüner Oasen wird Berlin von Naturparks, Biosphärenreservaten und einem Nationalpark umschlossen.Werden alle Flächen dieser großen Schutzgebiete zusammengezählt, nehmen sie 5628 Quadratkilometern ein.Das entspricht etwa einem Fünftel des Brandenburger Territoriums.An den nächsten Wochenenden stellen wir die Ausflugsziele vor.

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