Neubau : Eine Kirche wie aus Kristall

Südlich von Berlin könnte ein ungewöhnliches, vielseitiges Gotteshaus entstehen. Entworfen wird es vom gleichen Architektenbüro, dass auch für US-Schauspieler Brad Pitt arbeitet.

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Gotteshaus mit Durchblick. So soll die Kirche, die auch als Konzertsaal genutzt werden könnte, aussehen. Sie ist am südlichen...Foto: Architekturbüro Graft

Potsdam - Wie ein gläsernes Zelt sieht der Kirchen- und Konzertsaal-Bau aus, den das Berliner Architekturbüro Graft, das auch für den Schauspieler Brad Pitt arbeitet, für die Entwicklungsgesellschaft „Multiversa“ entworfen hat. Das Bauwerk soll südlich von Berlin entstehen, „dicht an der Stadtgrenze“. Wo genau, will Hans-Günther Dörr von der Entwicklungsgesellschaft in Kürze geklärt haben. „Noch verhandeln wir über das Grundstück“, sagte er am Dienstag.

Ursprünglich sollte die Kirche, die allen Konfessionen offen sein soll, auf dem ehemaligen Kasernengelände in Wünsdorf in einer Hügellandschaft entstehen. Doch diese Pläne zerschlugen sich, man werde nicht in Wünsdorf südlich von Zossen bauen, betonte Dörr. Vermutlich könne die „kristalline Architekturskulptur“ aber im Landkreis Potsdam-Mittelmark gebaut werden.

Sie soll auf 5000 Quadratmetern bis zu 1500 Personen fassen, wie ein leuchtender Edelstein wirken und für verschiedene Zwecke genutzt werden können. Die Architekten haben einen Veranstaltungsraum entworfen, der transparent ist und das einfallende Sonnenlicht bricht.

Ein „Gottesraum auf freiem Feld“ ist geplant, mit einer Haupt- und zwei Seitenbühnen, die für Gottesdienste versenkt werden können. Die Form, heißt es bei Graft, sei schwer zu entschlüsseln, ein Ineinander von Baukörpern. Der Kirchenraum, meinen die Architekten, sei als „Rahmen für immer komplexer gewordene und vielgestaltige Formen des Glaubens neu zu erfinden“. Als sie planten, hatten sie noch Wünsdorf vor Augen, dort sollte die ungewöhnliche Kirche ein „besonderes Zeichen der Hoffnung und des Wandels“ sein.

Der Ideenwettbewerb für die Kirche war bereits 2005 abgeschlossen worden, unter anderem auch für ein Sportstadion und ein Kongress- und Entertainmentzentrum. Multiversa wollte in Wünsdorf einen „einzigartigen Sport- und Gesundheitspark“ bauen und auf dem einstigen russischen Kasernenkomplex rund 1,6 Milliarden Euro umsetzen. Es blieb bei Plänen.C. v. L.

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