Neue bahnverbindung : Fernzug nach Warschau auf der Ostbahn

Vom alten Glanz ist nichts geblieben – doch jetzt kommt ein Hauch davon zurück. Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag fährt wieder ein Fernzug planmäßig über die alte Ostbahn, auf der sonst nur Regionalzüge unterwegs sind.

Klaus Kurpjuweit

Küstrin Bis zum Krieg war die Ostbahn von Berlin über Küstrin nach Königsberg eine Schlagader im Netz der damaligen Reichsbahn. Nach Kriegsende wurde sie zur meist nur noch eingleisigen Nebenstrecke, auf der heute Züge der Niederbarnimer Eisenbahn fahren.

Nur ein Zwischenhoch waren die täglich 14 internationalen Fernzüge, die während der Sperrung der Oderbrücke in Frankfurt (Oder) über die Ostbahn umgeleitet wurden. Weil auch zahlreiche Güterzüge diese Umleitungsstrecke nutzen, musste der Regionalverkehr eingeschänkt werden; statt Zügen fuhren zum Teil Busse.

Der erste planmäßige Fernzug ist eine Nachtverbindung von Berlin-Gesundbrunnen nach Warschau mit Kurswagen nach Krakau, Danzig und Königsberg. Es sei eine „Sensation“, dass dieses Angebot möglich wurde, sagte der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Eisenbahn Berlin-Gorzow (IGOB), Karl-Heinz Boßan. Die IGOB wolle versuchen, diese Verbindung zusammen mit weiteren Partnern zu vermarkten. Zunächst sind die Fahrten, die von der polnischen Bahngesellschaft PKP Intercity angeboten werden, auf ein Jahr beschränkt. Bei einem Erfolg will man eine weitere Nachtverbindung nach Danzig über die Ostbahn schaffen, die im vergangenen Jahr bereits 150 Jahre lang bestand. ddp/kt

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