Boxen : Neue Vorwürfe gegen Ex-Agrarminister: "Ich war wieder einmal leichtsinnig"

Thorsten Metzner

Aufregung um Edwin Zimmermann, Brandenburgs Landessportbundpräsidenten und Ex-Agrarminister: Ausgerechnet wenige Wochen, bevor am 17.Oktober am Potsdamer Landgericht der Untreue-Prozess wegen der "Backofen-Affäre" beginnt, muss sich der SPD-Politiker neuen Vorwürfen der Verquickung von privaten und öffentlichen Interessen erwehren.

Der Sportbundpräsident räumte gestern ein, dass er seine Lübbener Privatfirma "Marketing & Veranstaltungsgesellschaft mbH" (MVG) benutzt habe, um Sponsoren für die defizitäre "Gala des Sports" zu finden. Diese Schreiben seien ein Fehler gewesen, so der 53-Jährige. "Ich war wieder einmal leichtsinnig." Im Landtag gab es weit deutlichere Bezeichnungen: Der CDU-Landtagsabgeordnete und Vizepräsident des Landessportbundes, Burkhard Schöps, nannte es schlicht "dämlich", die eigene Firma einzuschalten. Für SPD-Fraktionssprecher Ingo Decker war Zimmermanns Verhalten ein "Fehler", der einen "unglücklichen Eindruck" hinterlasse. Schon der Anschein von Interessenverquickungen müsse vermieden werden. Zum Glück sei kein Schaden entstanden. Es fehle Zimmermann "gelegentlich an der nötigen Sensibilität". 1997 hatte Zimmermann seinen Sessel räumen müssen, weil sein Ministerium den familiären Bauernhof in Schöna-Kolpin gefördert hatte.

Zu den neuerlichen Vorwürfen sagte er, es sei ihm nie darum gegangen, seiner Firma MVG den Auftrag für die Ausrichtung der Gala-Veranstaltung zu verschaffen. "Es gibt keine Bewerbung, kein Konzept, keinen Vertrag." Er habe mit den MVG-Schreiben lediglich ausloten wollen, ob es Sponsoreninteresse für eine solche Gala in Schwarzheide geben würde.

Unklar ist, warum er dies nicht offiziell in seiner Funktion als Sportbundpräsident mit LSB-Briefkopf tat. Zimmermann begründete dies damit, dass er dafür kein Mandat des LSB-Präsidiums hatte. Inzwischen ist das gesamte Vorhaben mangels Sponsoreninteresse abgeblasen.

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