Boxen : Neue Wagen für die Feuerwehr

Innenminister Schönbohm kündigt Modernisierung des Fuhrparks an

Thorsten Metzner

Potsdam - Innenminister Jörg Schönbohm (CDU), der bereits die aufgeblähten Gemeinde- und Polizeistrukturen im Land umgekrempelt hat, packt in seiner verbleibenden Amtszeit bis 2009 noch eine Reform an: Der Brand- und Katastrophenschutz im Land soll den Erfordernissen sinkender Bevölkerungszahlen und knapperer Kassen angepasst werden. Gleichzeitig soll in den nächsten zehn Jahren der überalterte Feuerwehr-Fuhrpark modernisiert werden. Schönbohm: „Jedes zweite Fahrzeug ist älter als 20 Jahre.“ Finanziert von den für den Brandschutz zuständigen Kommunen, aber gefördert vom Land, sollen ab 200 7 jährlich 35 bis 40 neue Fahrzeuge angeschafft werden.

Das Gebot der Stunde sei dabei immer Konzentration, betont der Minister. So werde die neue teure Technik in 104 „Stützpunktfeuerwehren“ konzentriert, die aus den landesweit 202 Freiwilligen Feuerwehren ausgewählt wurden. Und aus den bislang 17 Einsatzleitstellen für Feuerwehr und Rettungsdienste, wo die 112-Notrufe auflaufen, werden künftig fünf Regionalleitstellen. In Brandenburg an der Havel ist die erste bereits in Betrieb, zuständig für die Stadt, den Kreis Potsdam-Mittelmark und künftig auch noch Teltow-Fläming. Sitze der anderen Leitstellen werden Potsdam, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Eberswalde sein, sagt Schönbohm. Er rechnet damit, dass mit der neuen Führungsstruktur ein Drittel des Personals eingespart werden kann.

Zugleich richten sich die Feuerwehren auf schwierigere Zeiten ein. Die Brandgefahr in Brandenburg, wo 37 Prozent der Landesfläche Wald sind, wird nach den Prognosen der Klimaforscher weiter steigen. Schon jetzt nimmt das Land bei Waldbränden einen Spitzenplatz ein: Im Jahr 2006 ereigneten sich 400 von 930 Waldbränden in Deutschland in Brandenburg. Andererseits plagen die Freiwilligen Feuerwehren Nachwuchssorgen: Die Mitgliederzahl sank seit 2002 von 50 000 auf 47 700 – auch wegen der Abwanderung junger Leute. Schönbohm: „Das ist ein ernstes Problem.“ Thorsten Metzner

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