Niemeyer-Bad : Dienstreise nach Brasilien

Ein Potsdamer Architekt ist nach Rio gereist: Er spricht dort mit Stararchitekt über den Bau des Niemeyer-Bad im Volkspark.

Potsdam - Die Stadt plant offenbar den Bau des Niemeyer-Bades im Volkspark: Nur einen Tag nach der Präsentation der Neubaupläne für ein Schwimmbad in der Landeshauptstadt ist der Potsdamer Architekt Moritz Kock nach Tagesspiegel-Informationen in Brasilien eingetroffen – im Büro des Architektur-Nobelpreisträgers Oscar Niemeyer, um über die Potsdamer Pläne zu sprechen.

Kock war maßgeblich an den Planungen des von Niemeyer entworfenen Freizeitbades in Kuppelarchitektur am Brauhausberg beteiligt, das aus Kostengründen nicht realisiert werden konnte. Es sollte 33 Millionen Euro kosten, 24 Millionen Euro davon sollten europäische Fördergelder sein. Für den Neubau eines Schwimmbades rechnet Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) nun mit bis zu 24 Millionen Euro. Der Entwurf von damals soll überarbeitet werden. Als potenzielle Standorte gelten ein Areal neben der Biosphäre im Volkspark sowie eine Brache nahe dem Hauptbahnhof.

João Niemeyer, Sprecher des 101-jährigen Architekten Oscar Niemeyer, bestätigte, dass Kock gut in Rio de Janeiro angekommen sei und die Pläne dabei habe. Auch das Büro von Kock erklärte, der Potsdamer Architekt sei auf Dienstreise. Kock selbst war nicht zu erreichen.

Noch am Mittwochabend hatte Jakobs bei der Präsentation der Badpläne erklärt: „Wenn Sie jetzt den Niemeyer erwarten, muss ich sie enttäuschen.“ Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Paffhausen sieht dagegen weiter einen Entwurf aus der Feder des Brasilianers als realisierbar an. Aus den Stadtwerken hieß es zuletzt, die Kosten für eine herausragende Architektur würden etwa vier Millionen Euro teurer sein als ein Standardbad.

Genau dies hatte im Jahr 2007 dazu geführt, dass eine Förderung für das Vorhaben versagt geblieben ist. In einer Stellungnahme des Finanzministeriums zum damaligen städtischen Fördermittelantrag ist die teure Architektur erstmalig erwähnt worden. Das neue Bad für Potsdam muss nun ohne Fördermittel gebaut werden. Wie ein Mitarbeiter der Stadtwerke erklärte, seien die Möglichkeiten geprüft worden – es gebe keine Möglichkeit einer Förderung.

Die Stadtwerke hatten in die Planungen des Niemeyer-Bades am Brauhausberg bereits vier Millionen Euro investiert. Die Pläne, so sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Paffhausen, würden der Stadt gehören. Er will nun die Niemeyer-Variante neben den anderen beiden Neubauvarianten stellen – zum Vergleich, wie er betont.just/jab

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