Boxen : Oberbürgermeisterwahlen 2002: Streit um die Bürgermeisterämter

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"Da leiden einige offenbar an Profilneurosen!", schimpfte selbst Brandenburgs sonst so zurückhaltender SPD-Landeschef Matthias Platzeck, als er von den neuen Querelen in der SPD von Frankfurt an der Oder erfuhr. "Dies gefährdet die Chancen der SPD, wieder den Oberbürgermeister zu stellen." Platzecks Sorge hat gute Gründe, und zwar nicht nur in der Oderstadt: Zwar will die SPD bei den Oberbürgermeisterwahlen im Jahr 2002 in allen kreisfreien Städten des Landes gewinnen. Doch ob in den bisherigen SPD-Hochburgen Frankfurt/Oder und Brandenburg an der Havel oder im CDU-regierten Cottbus: Ein Jahr vor der Wahl präsentiert sich die SPD überall geschwächt und zerrissen, toben parteiinterne Machtkämpfe. Besonders gilt das für Frankfurt/Oder. Dort hat der amtsmüde und umstrittene Amtsinhaber Wolfgang Pohl, den Platzeck zunächst gern weiter auf dem Stuhl gesehen hätte, jetzt nach langem Hin- und Her auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Stadtfraktion und Unterbezirksvorstand einigten sich einvernehmlich auf den Bauingenieur Peter Fritsch als OB-Kandidaten. Doch plötzlich kündigte zum Entsetzen der SPD-Landesspitze auch SPD-Stadtpräsident Wolfgang Ploß - entgegen vorherigen Aussagen - seine Kandidatur an.

In Cottbus, bislang einzige kreisfreie Stadt mit CDU-Stadtoberhaupt, schlagen die Wogen zwar nicht so öffentlich hoch. Doch auch hier ist bislang offen, welcher Genosse Amtsinhaber Waldemar Kleinschmidt vom Thron stürzen soll: Mit Bildungsstaatssekretär Frank Szymanski und dem Vizepolizeipräsidenten Klaus Zacharias sind zwei Kandidaten im Rennen. "Der SPD fällt es schwer, sich zu einigen", frohlockt bereits CDU-Vizeparteichef Sven Petke. "Unsere Ausgangslage ist gut." Und in Brandenburg (Havel)? Hier schließt der seit 1990 regierende und umstrittene Amtsinhaber Helmut Schliesing, der zwei Abwahlbegehren überstand, eine erneute Kandidatur nicht aus.

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