Boxen : Offene Fragen nach tödlichem Giftunfall Ermittlungen im Chemiewerk

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Von Sandra Dassler

Erkner. Nach dem Tod eines 45-jährigen Mannes im „Dynea“-Chemiewerk in Erkner haben die Ermittlungen noch keinen Aufschluss über den Hergang des Unglücks ergeben. Der Angestellte hatte am Montagnachmittag bei Reparaturarbeiten eine Anlage zur Phenolharzherstellung überprüft. Dabei waren etwa 30 Liter giftiges Phenol ausgelaufen. In dem einstigen „Plasta-Werk“, das erst vor wenigen Wochen an „Dynea“ verkauft wurde, hatte der Zwischenfall Großalarm ausgelöst. Die Polizei teilte mit, dass keine Gefahr für die Bevölkerung bestand.

Trotzdem bleiben viele Fragen offen. Ersten Presseberichten zufolge soll der Mann ein Ventil geöffnet haben, wodurch das giftige Phenol, das zur Herstellung von Kunstharz verwendet wird, austreten konnte. Die Kriminalpolizei schließt inzwischen ein Verschulden Dritter aus und spricht von einem Unfall, in die Ermittlungen ist aber mittlerweile auch das Amt für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik einbezogen worden. Die Experten sollen feststellen, ob ein technischer Defekt vorlag oder eine Sicherheitsvorschrift nicht eingehalten wurde.

Die genaue Todesursache des Angestellten steht noch nicht fest. Dies könne erst durch die Obduktion erfolgen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), Petra Marx. Der Austritt des Phenols habe nach Meinung von Medizinern den Tod des Mannes nicht zwingend auslösen müssen. Bei dem Versuch, ihren Kollegen zu bergen, hatten zwei weitere „Dynea“-Mitarbeiter leichte Hautverletzungen erlitten.

Von der Firmenleitung in Erkner war gestern keine Stellungnahme zu erhalten. Geschäftsführer York Frömel verwies auf eine zentrale Information aus der „Dynea“-Zentrale in Finnland, die bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht vorlag.

Für das Werk in Erkner gilt aufgrund der der dort verwendeten giftigen Stoffe die brandenburgische Störfallverordnung. Es unterliegt besonderen Sicherheitsbestimmungen und wird regelmäßig vom Amt für Immissionsschutz Frankfurt (Oder) kontrolliert. Bislang ohne größere Beanstandungen.

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