Open-Air-Show : Opernspektakel auf der Havel

Es ist ein ambitioniertes Projekt: Katharina Thalbach will in Potsdam Mozarts Zauberflöte auf einer temporären Opernbühne im Wasser inszenieren. Vorbild für die Freiluft-Show ist die berühmte Seebühne im Bodensee.

Kay Grimmer,Sabine Schicketanz
Vorbild Bregenz. Dort finden fast 7000 Menschen einen Platz.
Vorbild Bregenz. Dort finden fast 7000 Menschen einen Platz.Foto: dapd

Potsdam – Mozarts Zauberflöte auf der Havel: Vor der Insel Hermannswerder, im Süden der Stadt, sollen im Sommer die ersten „Seefestspiele Potsdam“ stattfinden. Dafür will Konzertveranstalter Peter Schwenkow, Chef und Gründer der Deutschen Entertainment AG (Deag), eine temporäre Opernbühne im Wasser nach Vorbild der Seebühne in Bregenz am Bodensee bauen lassen. Als Intendant in Potsdam fungiert Christoph Dammann, ehemals Chef der Kölner Oper und der portugiesischen Nationaloper. Regie soll die Berliner Schauspielerin und Regisseurin Katharina Thalbach führen. Die Seefestspiele sollen kein einmaliges Spektakel sein, sondern künftig jährlich in Potsdam stattfinden, heißt es.

Vermarktet werden soll die Open- Air-Oper über das Berliner Konzertbüro Zahlmann, das unter anderem im Juli 2009 das U2-Konzert im Olympiastadion mit fast 100 000 Zuschauern organisiert hatte. Details will der Veranstalter Schwenkow, in Berlin auch als CDU-Politiker aktiv, erst am Montag in Potsdam bekannt geben.

Mit im Boot bei den Seefestspielen ist die Hoffbauer-Stiftung, der die rund 40 Hektar große Insel Hermannswerder gehört. „Die Hoffbauer-Stiftung ist bereit, das Vorhaben zu unterstützen“, sagte Sprecher Martin Jeutner gestern auf Anfrage. Über Details sei die Stiftung noch nicht informiert, allerdings sei es ihr Ziel, Hermannswerder „als Kultur- und Bildungsstandort“ weiter zu etablieren und die Kultur „in die Stadt hereinzutragen“.

Der Potsdamer Stadtverwaltung sind die Pläne für die Seefestspiele bereits länger bekannt. Vor rund zwei Monaten gab es den ersten Kontakt mit dem Intendanten Dammann. Auch der Kulturstandort Schiffbauergasse sei im Gespräch gewesen, hieß es. Dieser habe wegen der „Räumlichkeiten“ aber nicht gepasst, sagt Stefan Frerichs, Chef der Wirtschaftsförderung. Auch wenn die Stadt die Ansiedlung der Seefestspiele am Kulturstandort direkt am Tiefen See „interessanter“ gefunden hätte. Auch Potsdams Marketing-Chefin Sigrid Sommer bedauerte die Absage der Seefestspiele an die Schiffbauergasse. Zurzeit liefen Absprachen zu Lärm- und Naturschutz sowie den Verkehrsmaßnahmen in Hermannswerder, sagt Frerichs. Der Wirtschaftsförderer begrüßte das „ambitionierte Projekt“, für Potsdam seien die Seefestspiele ein „wunderbarer Standortfaktor“. Das Vorbild Bregenz ist hochkarätig: In der österreichischen Stadt am Bodensee wird seit den Vierzigern auf dem See gespielt, die Bühne am Ufer fasst rund 7000 Zuschauer. Vergangene Saison kamen 200 000 Besucher, das Budget liegt bei 20 Millionen Euro. Geplant sind in der kommenden Saison 21 Spieltage am See. Wie viele „Zauberflöte“-Aufführungen in Potsdam auf der Opernbühne gezeigt werden sollen, war gestern noch nicht bekannt.

Kay Grimmer / Sabine Schicketanz

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