Ostermarsch : Platzeck: "Bombodrom" gefährdet Arbeitsplätze

Mehrere tausend Demonstranten haben beim bundesweit größten Ostermarsch gegen das so genannte Bombodrom an der Landesgrenze von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern protestiert.

Wittstock - Nach Angaben der Bürgerinitiative Freie Heide versammelten sich rund 10.000 Menschen auf dem Dorfplatz in Fretzdorf bei Wittstock und zogen gemeinsam in Richtung des geplanten Bombenabwurfplatzes. An der Demonstration nahmen auch der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck und Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (beide SPD) teil.

Platzeck forderte beim 15. Ostermarsch in Fretzdorf Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) auf, von einer militärische Nutzung der Kyritz-Ruppiner-Heide Abstand zu nehmen. Das Bombodrom sei "längst ein Symbol für die Blockade der Zukunftschancen einer gebeutelten Region geworden", sagte er. Schon jetzt hätten zahlreiche notwendige Investitionen wegen der unklaren Rechtslage nicht getätigt werden können. Der Bund solle daher auf weitere juristische Auseinandersetzungen verzichten.

Platzeck wirbt für naturnahen Tourismus

Der Ministerpräsident betonte, für die betroffenen Menschen in beiden Bundesländern stehe der wirtschaftliche Aufschwung in der strukturschwachen Region im Vordergrund. Naturnaher Tourismus sei hier die "einzig absehbare Chance". Nach den Worten Platzecks würden Tiefflüge und Bombenabwürfe die bisherigen Investitionen in der Region aber entwerten und 15.000 Arbeitsplätze gefährden.

Die Luftwaffe will den rund 12.000 Hektar großen früheren sowjetischen Truppenübungsplatz für rund 1700 Einsätze pro Jahr nutzen. Bürgerinitiativen erwirkten in den vergangenen Jahren mehrere vorläufige Übungsverbote gegen die Bundeswehr. Verteidigungsminister Jung hält jedoch an einer militärischen Nutzung des Areals fest. (tso/ddp)

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