Boxen : Paar ließ Sohn fast verhungern

Frankfurt (Oder) - Wegen des Vorwurfs des versuchten Mordes an einem Kleinkind müssen sich der Vater des Jungen und dessen frühere Lebensgefährtin seit Donnerstag vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) verantworten. Der 30- Jährige und seine 26 Jahre alte Ex-Freundin sollen dem damals dreijährigen Kind im Jahr 2006 so wenig zu essen gegeben haben, dass es fast verhungert wäre. Es habe am 5. Oktober 2006, als eine Tante des Angeklagten das Kind sah und sofort das Jugendamt einschaltete, nur noch 11,3 Kilogramm gewogen.

„Nur durch Zufall lebte das Kind zu diesem Zeitpunkt noch“, sagte der Staatsanwalt. Der „dramatisch abgemagerte“ Junge sei apathisch gewesen, habe starke Schmerzen und Todesangst gehabt und nicht mehr stehen können. Die Angeklagten sollen dem Kind „völlig erbarmungslos“ nur dann ausreichend zu essen gegeben haben, wenn er alle Aufgaben und Anforderungen der Eltern erfüllte. Obwohl ihnen bewusst gewesen sei, dass das Kind in Lebensgefahr war, seien sie aus Angst vor Strafverfolgung nicht zum Arzt gegangen. Die in Beeskow wohnende 26-Jährige sagte vor Gericht aus, dass hauptsächlich sie sich wegen der Berufstätigkeit ihres Partners um den Jungen gekümmert habe. Dieser habe ständig nach Essen verlangt. Sie habe die Portionen reduziert, weil die Großmutter des Kindes ihn immer „vollgestopft“ habe. Nach Angaben des Richters geht es dem Kind heute wieder gut. Ein Urteil soll voraussichtlich am 18. Dezember verkündet werden. ddp

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