Boxen : PDS sucht den Superstar

Per Ausscheidung zum Spitzenkandidaten – eine Frau soll’s sein

Michael Mara

Potsdam. Während bei SPD und CDU die Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2004 mit Matthias Platzeck und Jörg Schönbohm schon feststehen, ist bei der schwächelnden PDS noch alles offen. Nach einem internen Strategiepapier sollen jedoch bis April 2003 „drei Frauen und drei Männer“ in die engere Wahl kommen – und in den nächsten Monaten zeigen, was in ihnen steckt.

Das klingt bekannt. Aber im Gegensatz zum TV-Spektakel „Deutschland sucht den Superstar“ soll bei der PDS die Auswahl der sechs Kandidaten, „möglichst lange geheim bleiben“. Man will eine ungestörte Vorbereitung der Kandidaten sicherstellen. Zwar werde mit diesem Verfahren, so wird eingeräumt, bereits eine Präferenz geschaffen. Doch sei das Recht des Parteitages, sich 2004 auf eine Kandidatin oder einen Kandidaten festzulegen, nicht beeinträchtigt.

Nach Tagesspiegel-Recherchen gibt es in der PDS Bestrebungen, nicht den Landeschef Ralf Christoffers, sondern „eine junge, kluge und attraktive Frau“ zur Spitzenkandidatin zu wählen, die am besten gegen den populären Ministerpräsidenten Platzeck und den Innenminister Schönbohm punkten könne. Da man mit „politischen Inhalten“ beim Wähler nicht mehr ankomme, brauche man Sympathieträger, eben Superstars. Favoritin ist die frühere „Miss Bundestag“ Dagmar Enkelmann, die, so ein PDS-Genosse, sogar bei „Deutschland sucht den Superstar“ eine Chance hätte.

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