Boxen : Pfusch am Bau: Neue Brücke wird wieder abgerissen

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Die Schilder für die Vollsperrung am Autobahndreieck Oranienburg stehen bereits. Auch Kräne, Bagger, Kipper und riesige Betonbeißermaschinen befinden sich in ausreichender Zahl in Position, um den zumindest für Brandenburg bislang einmaligen Auftrag so schnell wie möglich zu erfüllen: Eine neue Brücke wird noch vor ihrer Inbetriebnahme wieder abgerissen.

Der verarbeitete Beton auf dem 104 Meter langen Viadukt an der Pinnower Chaussee bei Velten entspricht nicht den Qualitätsvorgaben, erklärt die amtierende Sprecherin des brandenburgischen Autobahnamtes, Brigitte Wolfram. Deshalb müsse die Brücke bis auf die Pfeiler demontiert werden. Die Kosten von rund zwei Millionen Mark trage die Baufirma, die sich das Geld wiederum vom Lieferbetrieb des falsch gemischten Betons zurückhole. Eine Reparatur der Brückendecke wäre genauso teuer ausgefallen.

Wegen der Arbeiten muss der Autobahnzubringer A 111 von und nach Reinickendorf von Sonnabend, 18.30 Uhr, bis voraussichtlich Sonntag gegen neun Uhr kurz vor dem Dreieck Oranienburg gesperrt werden. Autofahrer aus Richtung Hamburg mit Ziel Berlin müssen in Schwante die A 10 verlassen und in Hennigsdorf wieder auf die A 111 einbiegen. Die gleiche Umleitung gilt für die Gegenrichtung. Reisende aus Berlin in Richtung Frankfurt (Oder) und Prenzlau verlassen in Hennigsdorf die A 111 und fahren über die Anschlussstelle Velten auf den Berliner Ring.

Wie das Autobahnamt mitteilte, wäre die Autobahn im betreffenden Abschnitt ohnehin wegen des Abrisses einer schmalen Feldwegbrücke gesperrt worden. "Nun erledigen wir die Arbeiten gleich in einem Zug", sagte Sprecherin Wolfram. Die Fahrbahn soll hier beträchtlich verbreitet werden. Künftig zweigt vom Autobahndreieck die neue Umgehungsstraße für Oranienburg ab, das dann endlich vom dichten Durchgangsverkehr zwischen Berlin und Mecklenburg auf der B 96 entlastet wird. Die bisherigen Brücken reichen für die erweiterte Autobahn nicht mehr aus.

"Wir sehen den Abriss als nicht sehr tragisch an", erklärte Brigitte Wolfram. Der spätere Fertigstellungstermin der neuen Überfahrt behindere nicht die Arbeiten an anderen Stellen des Autobahndreiecks. "Da wird der Verkehr eben einige Monate länger über die bisherige Brücke geführt." Kosten seien dem Autobahnamt nicht entstanden, weil die Schäden in der Betondecke frühzeitig erkannt wurden.

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