Boxen : Platzeck will bei Schäden in Stahnsdorf helfen Sturm wirft Restaurierung

NAME

Die Schäden, die der Sturm auf dem Stahnsdorfer Südwestkirchhof hinterlassen hat, „werfen uns um Jahre zurück“, erläuterte Friedhofsverwalter Olaf Ihlefeldt am Samstag Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) die verheerenden Folgen. Die für Herbst geplanten Förderprojekte zur Wiederherstellung alter Sichtachsen, Restaurierung von Brunnen und Gräbern sind vom Winde verweht: „Wir stehen wieder am Anfang“, klagt Ihlefeldt. „Zehn Jahre haben wir um Fördermittel gekämpft“, jetzt habe man ein Feld der Verwüstung.

Platzeck wollte „die viele ehrenamtliche Arbeit und finanzielle Hilfe, die das Kulturgut von europäischem Rang mühsam dem Vergessen entrissen haben“, nicht unter 200 umgestürzten Bäumen beerdigt sehen. Er rief zu praktischer Hilfe und Spenden auf, bat den Förderverein des Südwestkirchhofes, nicht zu resignieren. Er selbst wolle mit Umweltminister Wolfgang Birthler klären, ob praktische Ausbildungsprogramme für Forstlehrlinge für den Kirchhof organisiert werden können. Zudem will Platzeck seinen Einfluss nutzen, um Benefizveranstaltungen zu unterstützen und um Rundgänge mit Prominenten über die deutschlandweit einmalige Anlage mit ihren Grabstätten vieler bedeutender Persönlichkeiten zu organisieren.

Auf mindestens eine Million Euro schätzt Ihlefeldt, wie berichtet, die Schäden. Fast das gesamte Wegenetz des 160 Hektar großen Friedhofparks, der im Auftrag der Berliner Stadtsynode 1906 nach Plänen von Gartenoberingenieur Louis Meyer angelegt wurde, ist durch umgestürzte und entwurzelte Bäume blockiert, kunsthistorisch wertvolle Grabfelder wurden verwüstet. Stark beschädigt sind die letzte Ruhestätte der Familie Ullstein und das expressionistische Grabmal der Familie Wissinger, das von Architekt Max Taut gestaltet wurde. Eine 80 Jahre alte Linde wurde mit einem vier Meter großen Wurzelballen ausgehoben und legte sich über die Familiengrabstätte von Siemens.

Neben den großen Unternehmen, deren Gründer in Stahnsdorf beerdigt sind, will sich der Förderverein an Privatpersonen wenden, um Grabpatenschaften anzuregen. Bereits in der Vergangenheit habe es für die Kriegsgräber auf dem Kirchhof Paten gegeben. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Schäden bot der Potsdamer Klaus Reimann die Dienste seiner Stahlbaufirma an, um mit Kränen und Transportern beim Aufräumen zu helfen. Andreas Kauz, Inhaber eines Werkzeugverleihs, stellt seine gesamte Gerätepalette zur Verfügung.Peter Könnicke

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben