Boxen : Plötzlich ging der Schulbus in Flammen auf

13 Schüler und der Fahrer brachten sich im letzten Moment in Sicherheit

Claus-Dieter Steyer

Plessa. Die 14 Insassen eines Schulbusses sind gestern in der Nähe des südbrandenburgischen Plessa in letzter Minute einer Katastrophe entgangen. Aus noch ungeklärter Ursache hatte gegen 7 Uhr der Motorraum des Busses auf freier Strecke Feuer gefangen.

„Ein Mädchen auf den hinteren Plätzen hatte Rauch bemerkt“, schilderte ein Sprecher der Polizei in Elsterwerda die Situation. „Sie schrie sofort ihre Entdeckung durch den Bus, so dass der Fahrer unmittelbar danach an den Straßenrand fuhr und stoppte.“ Geistesgegenwärtig ließ der Mann die 13 Mädchen und Jungen aussteigen. Sie liefen aufs freie Feld und brachten sich vor dem qualmenden Bus in Sicherheit. Wenige Augenblicke später stand das Fahrzeug in Flammen. Der Busfahrer versuchte noch, mit einem Feuerlöscher den Brand einzudämmen. Doch die Flammen griffen nach kurzer Zeit auf den gesamten Fahrgastraum über. Mehrere Kinder erlitten einen Schock, verletzt wurde niemand.

Ein hinter dem Bus fahrender Autofahrer hatte über sein Handy bereits die Feuerwehr verständigt. Doch als sie am Unglücksort an der Landstraße zwischen Plessa und Plessa-Süd eintraf, war nichts mehr zu retten. Zurück blieb lediglich ein Wrack, das jetzt von Sachverständigen gründlich untersucht wird. Lediglich die Kasse mit rund 100 Euro hatte der Fahrer noch aus dem Bus mitnehmen können.

Die Leitung der Gesamtschule Plessa kümmerte sich sofort um die Schüler der Klassenstufen sieben und acht. Der stellvertretende Direktor stellte die Jugendlichen vom Unterricht frei. Ob sie eine psychologische Betreuung erhalten, ließ sich gestern noch nicht in Erfahrung bringen. In ähnlichen Fällen stellten sich in der Vergangenheit immer Notfallseelsorger zur Verfügung, um beim Verarbeiten des Geschehens zu helfen. Gestern organisierte die Elster-Nahverkehrsgesellschaft einen Sonderbus zur Weiterfahrt für die Betroffenen.

Zu Spekulationen über die Unglücksursache wollte sich die Polizei in Elsterwerda gestern nicht äußern. Jedoch deutet alles auf einen technischen Defekt hin. Möglicherweise war die Dieselleitung vom Tank zum Motor undicht. Der Tank selbst explodierte nicht. Die Feuerwehr pumpte aus dem zerstörten Fahrzeug noch mehrere Liter Diesel ab.

Das letzte große Schulbusunglück in Brandenburg geschah am 30. November 1999 bei Altlandlandsberg. Damals war der Bus gegen einen Straßenbaum geprallt und umgekippt. Vier Kinder und der Fahrer starben am Unglücksort.

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